Buch schreiben & Drehbuch schreiben

Unzählige Artikel und Bücher rund um die Themen “kreatives Schreiben” und “Schriftsteller werden” finden Sie online und in den Ladenregalen, was vor allem Einsteiger zweifellos vor ein kleines Problem stellt: Wo um alles in der Welt soll man nur anfangen? Welche Informationen sind auf dem Weg zum eigenen Buch oder Drehbuch wirklich wichtig und welche gehen eher ins Detail?

Mit diesem Guide wollen wir Abhilfe schaffen und Ihnen einen Einstieg in das Schreiben von Büchern und Drehbüchern, in dem wir die wichtigsten Punkte auf dem Weg zur eigenen Geschichte kurz und übersichtlich aufgreifen. Besteht danach Interesse an mehr, finden Sie in den zahlreichen verlinkten Artikeln weitere Infos.

Sollte Ihnen dieser Guide gefallen, freuen wir uns sehr über eine Weiterempfehlung!

So werden Sie Schriftsteller

Erste Überlegungen

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Zu Beginn des Schreibens steht fast immer eine Idee für eine Geschichte, der es jedoch noch an zahlreichen wichtigen Elementen fehlt, um einen ganzen Roman oder Film tragen zu können. In erster Linie sollte anfangs daher Ihr Augenmerk darauf liegen, sich selbst zu vergegenwärtigen, worum es in Ihrer Story eigentlich gehen soll. Und genau das wollen wir im Zuge der ersten Überlegungen nun tun!

Die Prämisse
Prämisse ist im Grunde nur ein anderes Wort für Ausgangssituation und diese Ausgangssituation ist es in der Regel auch, welche die erste Idee darstellt. Vielleicht wollen Sie die Geschichte eines Mannes erzählen, der einem Profikiller das Leben rettet. Vielleicht möchten Sie eine Story in einer Welt erzählen, in der es nicht mehr möglich oder gar verboten ist, Kinder zu bekommen. Vielleicht begeistert Sie auch die Idee, dass eines Tages Kinder die Welt regieren.

Was auch immer es ist: Machen Sie nicht den häufigen Fehler, die Ausgangssituation mit einer Idee für eine komplette Geschichte zu verwechseln, denn, was Sie bisher haben, ist nicht mehr als ein Ansatzpunkt – von dem aus Sie zahlreiche verschiedene Wege beschreiten können. Halten Sie sich gerade während der ersten Überlegungen alle Optionen offen und legen Sie sich nicht zu früh auf einen bestimmten Verlauf fest, denn zuvor sind noch etliche Punkte abzuarbeiten!

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Genre
Es gibt viele Möglichkeiten, wie man von der ersten Idee zu einem ersten Entwurf von Buch oder Drehbuch kommen kann, doch für viele Einsteiger ist es am einfachsten, zunächst die Grundlagen zu durchdenken, zu denen das Genre zweifellos zählt. Genre bedeutet nichts anderes als: Wollen Sie einen Krimi, ein Abenteuer, einen Thriller oder eine romantische Komödie schreiben? Auch das Setting – Gegenwart, Mittelalter, Fantasy, Sci-Fi – kann hier bereits in die Überlegungen einfließen.

Häufig mag das Genre bereits eng mit der Ausgangssituation verknüpft und offensichtlich sein, doch auch in den einzelnen Genres gibt es durchaus noch Abstufungen in Hinblick auf Tonfall und eine etwaige Botschaft, die es abzuwägen gilt. Ist Ihre Mörderjagd ein lustiger Dorfkrimi, soll er besonders realistisch sein oder gar pessimistisch und zynisch?

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Hauptfigur
Jede Geschichte steht und fällt natürlich mit ihrer Hauptfigur und Sie können im Normalfall keine Story entwickeln, wenn Sie den Protagonisten nicht kennen, weshalb die Bestimmung der Hauptfigur zumindest in ihren Grundzügen möglichst früh stattfinden sollte.

Sie müssen zu diesem Zeitpunkt noch keine kompletten Figuren erschaffen, aber sollten zumindest eine Art Schablone vor Augen haben, um die Sie die weitere Story herum ausschneiden können. Wichtige Fragen wären beispielsweise die nach Alter, Geschlecht und Beruf der Hauptfigur, nach Stärken und Schwächen sowie eventuell auch schon nach Zielen, Träumen und Ängsten.

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Ziel
Es ist fast unmöglich, ein Buch oder Drehbuch zu schreiben, in dem der Held kein klares Ziel verfolgt – und das sollten Sie sich möglichst früh in der Ideenfindung klarmachen. Der Protagonist muss aktiv sein und er muss auf sein Ziel hinarbeiten, während ihm sein Gegenspieler, der Antagonist, entgegen arbeitet.

Formulieren Sie Ihr Ziel so klar und verständlich wie möglich, denn im Gegensatz zu den meisten anderen ersten Überlegungen wird es sich im Laufe der Stoffentwicklung vermutlich nicht mehr nennenswert ändern. Vielleicht ist Ihr Ziel das gute, alte “Held muss Mörder schnappen” oder “Held muss Frau bekommen”, aber natürlich gibt es weitaus mehr und interessantere Möglichkeiten.

Beachten Sie, dass es immer “muss” heißen sollte, nicht “kann” oder “will”, denn ein Ziel sollte so stark sein, wie nur möglich! Das Erreichen ist für den Helden überlebenswichtig.

Hindernis
Auf dem Weg zum Ziel steht der Hauptfigur jedoch immer ein klares Hindernis im Weg, das Sie daran hindert und hindern will, das Ziel zu erreichen. In der Regel sind es sogar mehrere Ziele, zunächst können Sie sich aber auf zwei beschränken: ein äußeres und ein inneres Hindernis.

Ein äußeres Hindernis liegt meistens bereits in der Natur der Sache: Der Held sucht einen Schatz, kennt aber dessen Lage nicht, zumal auch die Feinde des Helden den Schatz suchen und ihm meistens einen Schritt voraus sind.

Ein inneres Hindernis hingegen spielt mit den Ängsten des Helden, den Geistern seiner Vergangenheit. Er kann Angst haben, sich zu verlieben, weil er einst seine große Liebe verloren hat, oder er kann das Erwachsenwerden fürchten, weil er anhand seiner Eltern erlebt hat, wie die Verantwortung auf einem lasten kann. Wichtig ist, dass auch das innere Hindernis ihn davon abhält, sein Ziel zu erreichen, und nicht nur “einfach so” existiert.

Buch oder Drehbuch
Haben Sie alle bisherigen Punkte abgehakt, befinden Sie sich bereits auf einem guten Weg, doch jetzt stellt sich noch eine entscheidende Frage: Wollen Sie ein Drehbuch oder ein Buch schreiben?

Vielleicht kennen Sie die Antwort auf die Frage bereits. Ist dem jedoch nicht der Fall, gilt es im Grunde nur zwei Faktoren zu bedenken: Ist Ihre Geschichte visuell genug bzw. wollen Sie sie so visuell erzählen, dass sie als Film funktionieren könnte?

Und welche Erwartungen verknüpfen Sie zum anderen mit Ihrem Werk? Wollen Sie nahezu komplette kreative Freiheit genießen, sind Sie mit einem Roman besser beraten, auch die Verkaufschancen sind bei Büchern meistens einen Tick besser.

Wollen Sie hingegen mittelfristig ins Filmgeschäft einsteigen, ist ein Drehbuch natürlich erste Wahl, zumal es sie dazu zwingt, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, Unnötiges wegzulassen, was bei einer ersten Geschichte durchaus hilfreich sein kann. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, denn in puncto Aufwand sind die Unterschiede zwischen Buch und Drehbuch in der Regel gering.

Die Software
Grundsätzlich gibt es neben Word (sowie Zettel und Stift) nur zwei Hilfsmittel, die für Schriftsteller sinnvoll sind: Zum einen ist das Scrivener, eine großartige Autoren-Software, die im Grunde für alle Schriftsteller geeignet und angesichts des Preises überaus empfehlenswert ist. Zum anderen eine Drehbuch-Software wie Final Draft oder CeltX, die Drehbuchautoren die Formatierung abnimmt. Alles andere ist überflüssiger Schnickschnack.

So schreiben Sie ein Buch

02 Stoffentwicklung

Nach der erste Ideen folgt die Stoffentwicklung, also das Ausarbeiten der zuvor gefundenen Ideen, um somit zu einer kompletten Geschichte zu kommen. Stoffentwicklung fokussiert sich in erster Linie auf Charakter, Setting und Plot sowie die dahinter stehende Dramaturgie mit den Konflikten, die auf den Helden einwirken. Aber auch die Frage nach der Inspiration kann sich stellen…

Inspiration
Inspiration ist das, was jeder angehende Schriftsteller und Autor sucht, aber vermeintlich so selten findet, dabei ist Inspiration – und das ist inzwischen kein Geheimnis mehr – eigentlich nur ein anderes Wort für die gute, alte Aufmerksamkeit.

Gehen Sie mit offenen Augen durch’s Leben und suchen Sie aktiv (!) nach Einfällen für Geschichten und Figuren, die Sie aus Ihren Beobachtungen ableiten können. Notieren Sie sich sämtlich Ideen, so unsinnig sie auf den ersten Blick auch wirken mögen, in einem Notizbuch und lassen Sie sie auf sich wirken, bevor Sie sie verwerfen.

Außerdem ist es wichtig, so etwas wie eine Routine zu entwickeln: Nur wer sich regelmäßig dem Schreiben und damit auch der Ideensuche widmet, stellt das Gehirn auf selbiges ein und bringt es so dazu, Inspiration zu finden.

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Charakter
Wie schon in Hinblick auf die Hauptfigur besprochen, besteht jeder Charakter nicht nur aus einer Facette (das wäre ein Stereotyp), sondern aus mehreren, die zum Teil sogar widersprüchlich sein können, aber auch überraschen sollten, um Archetypen oder gar Klischees zu vermeiden.

Jeder Charakter setzt sich aus äußeren wie inneren Merkmalen zusammen, aus Fähigkeiten, Stärken und Schwächen, aus Wünschen und Hoffnungen, aber auch aus Ängsten und Schatten der Vergangenheit, die auf ihm lasten. Wichtiger als all das kann jedoch die Frage nach der Funktion des jeweiligen Charakters in Ihrem Buch oder Drehbuch sein: Wie wirken sich die Figur und ihre Charaktereigenschaften auf den Helden und den Weg zu seinem Ziel aus?

Versuchen Sie, nie komplette Figuren aus anderen Werken oder der Realität zu übernehmen, sondern sie immer nur als Vorbilder zu sehen und ihnen eine eigene Stimme, ein eigenes Ich zu geben. Natürlich muss aber nicht jede Figur bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein: Je unwichtiger ein Charakter, desto schneller müssen Leser und Zuschauer ihn erfassen können – in dem Fall sind Stereotypen in Maßen erlaubt und sogar hilfreich.

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Setting
Zu dem Setting einer Geschichte zählen wir nicht nur das Wann und Wo, sondern auch, wie Sie dieses Wann und Wo abbilden. Deutschland im Mittelalter beispielsweise kann ein finsterer, furchteinflößender Ort sein, wie es in der Realität vermutlich für viele war, aber es könnte auch ein fremder, fantastischer Ort sein – was sowohl von dem gewünschten Tonfall als auch von der Erzählperspektive abhängig ist.

Ein Bauer sah die Welt im Mittelalter mit Sicherheit anders als ein Pfarrer oder gar ein König. Und ein Zeitreisender, der aus der Gegenwart ins Mittelalter reist, könnte die Welt einerseits faszinierend finden, sich auf der anderen Seite aber auch gar nicht zurechtfinden. Was Sie erzählen wollen, liegt bei Ihnen!

Wichtig ist, dass das Setting durchaus in der Lage sein sollte, auch ohne Figuren und Dialoge den Tonfall der Geschichte zu erzählen und etwas über diese Welt aussagen zu können. Erdenken und beschreiben Sie in diesem Fall großartige, prunkvolle Burgen voller Abenteuer, verrät uns das etwas anderes, als wenn Sie die finsteren Kerker, den Dreck und Gestank auf den Straßen erzählen. Natürlich lässt sich aber auch beides kombinieren…

Konflikte
Jede Geschichte, jedes Buch, jeder Roman, jedes Drehbuch und jeder Film, braucht Konflikte. Damit sind zum einen die schon erwähnten Hindernisse gemeint, vor allem aber gegenläufige Ziele und unterschiedliche Einstellungen bezüglich des Erreichens dieser Ziele, die zu Konflikten führen.

Konflikte sind im Grunde alles, was zu Auseinandersetzungen zwischen mindestens zwei Figuren führt, und es kann sich dabei sowohl um rein verbale Diskussionen als auch um körperliche Streitigkeiten handeln. Wichtig ist, dass es in quasi jeder Szene, jedem Kapitel und jedem Moment einen klaren Konflikt gibt und ein, zwei weitere Konflikte im Hintergrund schwelen, der Leser ihrem Ausbruch entgegenfiebert.

Der größte Konflikte ereignet sich im Normalfall zwischen Protagonist und Antagonist, aber auch zwischen dem Helden und seinen Freunden sowie dem Antagonisten und seinen Helfern kann es zahlreiche Konflikte geben – beispielsweise über die gewählten Mittel, um das Ziel zu erreichen. Und natürlich sollten alle wichtigen Konflikte im Laufe der Geschichte in irgendeiner Form ausgetragen und aufgelöst werden.

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Plot
Der Plot – oder auch: die Dramaturgie – fasst im Prinzip alles bisher Erarbeitete zusammen und formt es zu einem gewissen Grade in eine spannende, dramatische Struktur. Anders formuliert: Der Plot ist das, was im Laufe der Geschichte passieren muss, damit der Held sowohl innerlich als auch äußerlich von Punkt A nach Punkt B kommt, also sein äußeres Ziel erreicht, während bzw. indem er seine mentale, innere Einstellung ändert und Hemmungen überwindet.

Es gibt recht klare Strukturen für eine gute Dramaturgie, neben dem Ziel sollten Sie aber vor allem eine Frage beantworten können: Was steht auf dem Spiel? Was droht dem Helden, wenn er sein Ziel nicht erreicht? Und warum sollten wir uns wünschen, dass ihm diese Bedrohung nicht widerfährt?

Allerlei bekannte Plotelemente existieren, um die Identifikation mit dem Helden zu erhöhen und sie auf ihn wirkende Bedrohung stärker wirken zu lassen, häufig reicht es aber schon aus, sich nur eine einzige Frage immer und immer wieder zu stellen: Was ist das Schlimmste, was ihm passieren könnte? Dann lassen Sie genau das geschehen, ihn einen Weg aus dieser Lage herausfinden – um ihn dann in die nächste “schlimmste” Situation zu werfen!

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Wie Sie ein Drehbuch schreiben

03 Schreiben

Das Schreiben von Buch oder Drehbuch an sich macht natürlich den Hauptanteil der gesamten Arbeit aus, doch je besser die Vorarbeit in der Ideenfindung und Stoffentwicklung, desto einfacher gestaltet sich auch das Schreiben an sich: Wer die Geschichte sowie seine Figuren bereits klar vor Augen hat, schreibt schneller und flüssiger, als jemand, der sich beim Schreiben noch ständig Gedanken machen muss, wie die nächste Szene oder das nächste Kapitel aussehen soll. Natürlich gibt es aber noch ein paar weitere Tipps und um die soll es hier gehen.

Anfang
Der Anfang erfüllt in einem Buch und Drehbuch zwei Zwecke: Zum einen führt er den Leser oder Zuschauer in Ihre Geschichte ein, stellt Ihre Figuren und die Welt vor, zum anderen soll er den Leser oder Zuschauer aber genügend Gründe geben, den Roman weiterzulesen oder den Film bis zum Ende zu gucken – denn wenn ein Leser oder Zuschauer aussteigt, dann tut er das in den ersten Minuten beziehungsweise auf den ersten Seiten.

Beim Anfang ist es daher vor allem wichtig, schnell genug zur Sache zu kommen und dem Leser das Gefühl zu geben, dass Sie eine spannende oder lustige Geschichte mit interessanten Figuren erzählen: Insbesondere das schnelle Vorstellen der Figuren mit Hilfe von Konflikten ist ein erfolgversprechendes Mittel; die ersten Seiten sollten nie nur aus inneren Monologen und Beobachtungen bestehen, also aus Momenten, in denen nichts passiert.

Darüber hinaus ist es sinnvoll, im Anfang viele Fragen aufzuwerfen: Wenn der Leser wissen will, wie es mit dem Helden weitergeht, ob er sein Ziel erreicht, die Frau seiner Träume bekommt und was es mit all den mysteriösen Momenten auf sich hat, dann stehen die Chancen gut, dass er bis zum Ende dabei bleibt.

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Beschreibungen
Insbesondere bei Romanen machen Beschreibungen den Löwenanteil aus: Während bei Drehbüchern Action und Dialoge sich ungefähr die Waage halten und erstere mehr der Regie dienen, ist es im klassischen Buch äußerst wichtig, den Leser auch mit seinen Beschreibungen überzeugen zu können.

Elementar ist es dafür in erster Linie, Welt und Figuren mit Hilfe von interessanten Beobachtungen oder spannenden Konflikten zu beschreiben, und zugleich neue Formulierungen für Dinge zu finden, die bereits x-mal gesagt wurden, um dem Leser den Eindruck zu vermitteln, dass er exakt diesen Satz nicht schon ein dutzend Mal gelesen hat. Suchen Sie neue Vergleiche und bringen Sie die Weltsicht Ihrer Figuren in die Beschreibungen ein, um dieses Ziel zu erreichen.

Außerdem spielt bei den Beschreibungen auch die Erzählperspektive eine Rolle: Wissen Sie als Erzähler alles oder nur das, was auch Ihr Held weiß? Letzteres ermöglicht in der Regel mehr Spannung und Überraschungen, was natürlich dabei hilft, die Beschreibungen interessant zu gestalten.

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Dialoge
Vor allem in Filmen ist das gesprochene Wort von enormer Bedeutung, aber auch in Romanen sollten die Dialoge nicht zu kurz kommen, sind es häufig doch coole Oneliner, spannende Gedankenaustausche und gesprochene Beobachtungen der Figuren, die uns in Erinnerung bleiben – jedenfalls häufiger als Beschreibungen.

Was gute Dialoge ausmacht, in Worte zu fassen, ist schwierig, aber es gibt ein paar simple Kniffe, um den Dialogen mehr Pepp zu verleihen: Wichtig für interessante Dialoge ist – genauso wie für einzelne Szenen -, dass es einen guten Grund für sie gibt, also mindestens ein Charakter ein aktives Ziel damit verfolgt: Etwas herausfinden oder jemanden überzeugen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wählt er seine Worte natürlich mit Bedacht, wobei auch seine Charaktereigenschaften in Form von Subtext erkennbar werden können: Spricht er laut und aggressiv oder leise und verschlagen? Schmeichelt er sich bei seinem Gegenüber ein oder versucht er, ihn einzuschüchtern?

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Szenen gestalten
Was für die Dialoge gilt, gilt im Wesentlichen auch für die Szenen: Jede Szene muss einen klaren Zweck verfolgen, es muss in jeder Szene ein Ziel geben, das Ihre Figuren verfolgen. Szenen gibt es sowohl in Drehbüchern als auch in Büchern, in letzteren als Teil von Kapiteln.

Jede Szene verfügt neben einem Ziel über einen Anfang, einen Mittelteil und ein Ende, im Grunde wie eine kleine Geschichte, ein kleiner Teil der gesamtem Story. Wichtig ist es vor allem in Drehbüchern, möglichst spät in eine Szene einzusteigen, möglichst früh die Szene wieder zu verlassen und den Teil dazwischen interessant zu gestalten.

Sie wollen Autor werden?

04 Überarbeiten

Das Buch ist geschrieben, aber Sie haben das Gefühl, es fehlt noch etwas? Ganz normal: Jedes Geschichte, jeder Roman und jedes Drehbuch muss nach dem Schreiben noch mehrere Male überarbeitet werden, bevor Sie überhaupt daran denken sollten, es zum Kauf anzubieten – denn auch der beste Plan lässt sich bei einem Gesamtwerk von bis zu 500 Seiten nicht exakt umsetzen. Wie Sie eine Geschichte überarbeiten, lesen Sie hier!

Logik
Die offensichtlichsten Probleme betreffen in der Regel die Logik der Geschichte, zum Glück lassen Sie sich aber auch am einfachsten beheben: Lesen Sie Ihr Buch oder Drehbuch zwei, drei Mal von vorne bis hinten und notieren Sie sich dabei sämtliche Logiklücken, also alles, was keinen Sinn ergibt – und bessern Sie es aus.

Im Normalfall braucht es nur einen Satz hier und ein paar ergänzende Worte dort, um ein Logikloch zu schließen – und weil das so einfach ist, sollten Sie auch damit beginnen, denn nichts ist beim Lesen störender als Ungereimtheiten, die auf Faulheit des Schriftstellers schließen lassen.

Stringenz
Unter Stringenz versteht man in erster Linie die innere Logik und Schlüssigkeit einer Geschichte wie beispielsweise das durchgängig nachvollziehbare und ihrem Charakter entsprechende Verhalten der Figuren. Anders gesagt: Während Logiklöcher vor allem Lücken im Plot sowie Fragen wie “Warum ruft er nicht die Polizei?” abdecken, meint die Stringenz mehr Fragen wie: “Warum sagt er in dieser Szene das, obwohl er in der Szene zuvor noch das Gegenteil behauptet hat?”

Die Antwort lautet meistens: Weil es dem Autor in den Kram passt, um Spannung, Humor oder Dramatik zu erhöhen. Sie sollten jedoch nie Ihre Figuren opfern, um hier einen guten Gag oder eine Überraschung zu gewinnen. Prüfen Sie also, ob Ihre Figuren immer nur das tun und sagen, was sie wirklich wollen und meinen – oder ob eine Handlung oder Aussage nicht eher aus Ihrer eigenen Bequemlichkeit heraus geschieht.

Tempo
Das Tempo einer Geschichte ist von enormer Bedeutung, auch langsam erzählte Bücher oder Drehbücher brauchen ein gewisses Tempo, um den Leser nicht zu langweilen. Zwei Kniffe gilt es hierbei vorrangig zu beachten: Kürzen Sie Szenen, indem Sie möglichst spät einsteigen und früh aussteigen, aber überlegen Sie auch immer, ob nicht ganze Dialoge, Szenen, Figuren oder Handlungsstränge überflüssig sind.

Manchmal hilft es, sich einfach vorzustellen, wie die Geschichte ohne diesen oder jenen Moment wirken würde: Funktioniert sie genauso gut? Dann ist das Streichen oft die beste Wahl.

Witz & Spannung
Sind die Logiklücken geschlossen und ist die Stringenz geprüft, können Sie sich an den Feinschliff begeben, wobei das Hauptaugenmerk natürlich auf dem liegen sollte, was Ihr Buch oder Drehbuch ausmacht: Spannung, Dramaturgie und Witz in den meisten Fällen.

Suchen Sie nach knackigeren Sprüchen, nach größeren Bedrohungen, nach überraschenderen Offenbarungen! Versuchen Sie, etwas auf eine neue Weise zu sagen und nicht so, wie Sie es schon in hundert anderen Büchern gelesen haben und worauf Sie beim Schreiben instinktiv zurückgegriffen haben, weil es so naheliegend war.

Das gilt für die ganze Geschichte, aber Anfang, Ende und Kapitel- bzw. Szenenenden sollten im Vordergrund stehen.

Veröffentlichen Sie Ihr Buch!

05 Verkaufen

Haben Sie Ihr Drehbuch oder Buch geschrieben und überarbeitet, können Sie darüber nachdenken, es zu verkaufen – oder es zumindest versuchen. Doch auch beim Anbieten eines Romans oder Films gilt es noch die ein oder andere Regel zu beachten und eine gewisse Form zu wahren. Was genau darunter zu verstehen ist, besprechen wir in diesem Abschnitt!

Titel
Der Titel ist mit das erste, was ein Lektor oder Produzent von Ihrem Werk sieht, und deshalb muss der Titel gut sein. Muss. Doch ausgerechnet der Titel fällt vielen Autoren schwer, sie schreiben ohne große Probleme um die hunderttausend Wörter in einem Roman, aber die vier Wörter für den Titel wollen ihnen dann nicht einfallen.

Der Grund dafür ist in der Regel, dass beim Titel wirklich jedes Wort zählt, es keine Ausreden gibt und ihm eben ein solch enorme Bedeutung zukommt. Was aber ist ein guter Titel? Ein guter Titel ist auffällig, einprägsam und sagt etwas über Ihre Geschichte aus, das wäre die wohl beste Zusammenfassung. Er sollte (das Comedy-Genre weitgehend ausgenommen) nicht zu lang sein, gut auszusprechen und leicht verständlich sein, kann aber natürlich eine versteckte Botschaft, einen Subtext, enthalten.

Geben Sie sich nicht mit dem ersten Titel zufrieden, der Ihnen in den Sinn kommt! Schreiben Sie ein, zwei DIN-A4-Seiten voll mit möglichen Titeln und wählen Sie dann in Ruhe und mit ausreichend Abstand von der Geschichte den besten, denn der Titel zählt!

Pitch
Ein Pitch ist so etwas wie die anfangs erwähnte Prämisse, geht aber noch einen Tick darüber hinaus: Im Grunde geht es im Pitch darum, dem potentiellen Interessenten die Geschichte möglichst schnell schmackhaft zu machen. Das kann in vier oder fünf Sätzen geschehen oder aber in einer halben Stunde, je nachdem, wie und wo Sie den Pitch anbringen können oder müssen.

Grundsätzlich sollten Sie versuchen, Ihre Geschichte in vielleicht zwei Minuten spannend oder lustig auf den Punkt bringen, bei Bedarf aber auch noch nachlegen zu können, auch wenn Ihnen im persönlichen Gespräch selten mehr als die besagten zwei Minuten bleiben.

Am besten probieren Sie den Pitch bei Freunden und Bekannten aus: Können Sie sie innerhalb von zwei Minuten von Ihrer Geschichte überzeugen? Glauben Sie jedoch nicht einem: “Ja, klingt gut” – nur, wer nachhakt, zeigt echtes Interesse an Ihrer Geschichte!

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Exposé
Das Exposé ist im Prinzip eine schriftliche Form des Pitches, es bringt die Geschichte und die Idee hinter der Geschichte auf ein bis zwei nicht zu dicht bedruckten DIN-A4-Seiten auf den Punkt.

Charakter, Setting und Plot, also eine kleine Inhaltsangabe, gehören in ein Exposé, aber auch eine etwas abstraktere Einschätzung: Was hat Sie dazu bewegt, dieses Buch oder Drehbuch zu schreiben? Was wollen Sie damit aussagen und wen wollen Sie erreichen? Warum sollte der Verlag oder die Produktionsgesellschaft ausgerechnet diesem Werk und Ihnen als Schriftsteller eine Chance geben?

Das Exposé ist im Grunde ein Verkaufspapier, das dem Leser die wichtigsten Informationen schnell und präzise an die Hand gibt, zugleich aber Lust auf mehr macht – schließlich soll er Ihre Geschichte ja noch lesen!

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Buchverlage
Buchverlage sind im Wesentlichen sehr offen, was das Einreichen von Manuskripten ohne vorherigen Kontakt angeht: Sie finden auf den Webseiten der meisten Verlage alle Informationen rund um’s Einsenden; neben dem Exposé und einer Vita gehört natürlich auch eine Textprobe zu einer üblichen Einsendung.

Nach dem Einsenden heißt es: Warten. Manchmal nur ein paar Wochen, manchmal drei, sechs oder gar neun Monate, wenn denn überhaupt eine Antwort eintrifft. Üben Sie sich in Geduld, denn falls ein Buchverlag mal Interesse zeigt, dann stehen die Chancen auch gut, dass Sie Ihr Buch veröffentlichen und vielleicht sogar eine langfristige Beziehung zwischen Verlag und Autor entsteht.

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Filmproduzenten
Filmproduzenten sind im Schnitt leider weitaus weniger offen und wirken mitunter auch unhöflicher, was allerdings nachzuvollziehen ist, leben sie doch häufig für ihre Arbeit und müssen noch dazu wesentlich höhere Risiken bei der Produktion eingehen: Ein Buch, das keiner kauft, kostet den Verlag ein paar tausend Euro. Ein Film, den keiner sehen will, kann hingegen in die Millionen gehen.

Leider bedeutet das auch, dass viele Produzenten nur mit Autoren arbeiten, die Sie kennen, was wiederum bedeutet, dass der Eintritt in die Branche ohne Kontakte schwierig ist. Sie können es trotzdem versuchen, indem Sie online passende Produktionsfirmen heraussuchen und ihnen Ihr Drehbuch (bzw. einen Auszug) zusenden, um dann auf eine Antwort zu hoffen. Nebenbei sollten Sie aber auch versuchen, Kontakte zu knüpfen, indem Sie beispielsweise Seminare besuchen.

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Verdienst
Über den Verdienst sollte man sich zwar eigentlich erst Gedanken machen, wenn es soweit ist, aber der ein oder andere malt sich ja schon gerne aus, was sein könnte, während er sein Buch oder Drehbuch schreibt.

Allerdings ist der Spielraum in Hinblick auf den Verdienst groß: Drehbuchautoren können, grob gesagt, zwischen 15.000 und 50.000 Euro für einen 90-minütigen Film erwarten, während Buchautoren in der Regel abhängig von dem Erfolg ihres Werks bezahlt werden und etwa 5 bis 10 Prozent vom Nettoverkaufs einstecken.

Bei 20.000 verkauften Büchern (eine durchaus gute Zahl) zu jeweils zehn Euro wären das also zwischen zehn- und zwanzigtausend Euro, wovon dann noch Steuern, Krankenkasse und Altersvorsorge bezahlt werden müssen, was bei vielen anderen Jobs bereits inklusive ist…

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Bilderquelle: Wikimedia Commons

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