Die Angst vor dem Feedback

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Das erste Buch oder Drehbuch ist geschrieben. Drei Monate lang wurde die Geschichte ausgearbeitet, dann sechs Monate von morgens bis abends geschrieben und schließlich drei weitere Monate lektoriert und korrigiert.

Jetzt könnte das Werk endlich das Licht der Welt erblicken, zunächst Freunden gezeigt und dann veröffentlicht werden – doch viele Autoren kneifen genau in diesem Moment nach elendig langer Arbeit und stecken ihr Werk einfach in die Schublade.

„Es ist nicht gut genug“, hört man dann oft als Begründung, „es braucht noch Arbeit.“ Oder: „Es ist nur mein erstes Werk, das nächste wird besser.“ Doch der wahre Grund ist nichts anderes als die Angst vor dem Feedback der Leser, die Angst, etwas zu Persönliches preiszugeben, auf Kritik zu stoßen. Und das ist Blödsinn.

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/90548786@N06/

Bücher sind zum Lesen da!

Natürlich geben Sie beim Schreiben immer einen Teil von sich selbst preis, das liegt einfach in der Natur des Schreibens – aber was ist so schlimm daran? Ohne das wären Sie überhaupt nicht in der Lage, einen Roman zu schreiben: Ohne Emotionen und ohne persönliche Meinung ist ein Buch nichts, es ist irrelevant und bedeutungslos. Ihre Freunde werden Sie nicht plötzlich mit anderen Augen sehen, weil Sie in Ihrem Buch über einen Mord schreiben. Und Ihre Familie wird auch diese eine sinnliche Sex-Szene schnell wieder vergessen haben.

Auch die Qualität sollte kein Grund sein, ein Buch zu verstecken. Jeder wird Verständnis dafür haben, dass das erste Werk noch nicht perfekt sein kann, aber hier ist ein Tipp: Auch das zweite, dritte oder zehnte Buch wird nicht perfekt sein. Ein Buch ist für einen Autor nahezu nie perfekt und trotzdem findet es seine Leser und stößt auf Begeisterung.

Volle Schubladen

Wenn Sie von der Qualität nicht überzeugt sind und es keine offensichtlichen Grund dafür gibt – wie Logiklücken oder schwache Figuren -, dann gibt es auch keinen Grund, das Buch in der Schublade zu verstecken, nachdem Sie so lange daran gearbeitet haben. Und wenn es einen offensichtlichen Grund dafür gibt, dann sollten Sie diese Probleme beheben, bevor Sie sich an das nächste Werk wagen.

Zu viele Autoren machen den Fehler, zehn halbfertige Bücher auf der Festplatte ihres Computers zu haben, aber nie eins wirklich fertigzustellen und herumzuzeigen und zu veröffentlichen.

Gehören Sie nicht dazu und überwinden Sie die Angst vor dem Feedback! Dass Ihnen jemand offen ins Gesicht sagt, dass Ihr Buch Mist ist, kommt so gut wie nie vor. Und wenn doch, dann haben Sie wenigstens ein neues Gefühl erlebt, über das Sie schreiben können: Zurückweisung.

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