Die Zukunft des Buchs

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Das Buch steht vielleicht gerade an seinem Scheideweg, denn die Abkehr vom klassischen Druck auf Papier ist nahezu unabwendbar. Zeitungen und Zeitschriften kämpfen schon seit gut einem Jahrzehnt mit diesem Problem und glauben, in ihren Webseiten eine Antwort gefunden zu haben, welche zunächst das herkömmliche Konzept ergänzen und es dann nach und nach übernehmen sollten – mit wechselndem Erfolg. Musik ist längst in erster Linie digital erhältlich, auch Filme und Spiele kehren von ihren klassischen Datenträgern ab. Und das Buch?

Zukunft des Buchs Foto
von Johan Larsson

Müssen Bücher mehr bieten?

Anders als zum Beispiel Zeitschriften tut sich das klassische Buch schwer damit, seinen Weg in das „neue“ digitale Zeitalter zu finden. Denn während sich die Inhalte von Zeitungen und Magazinen großartig mit Hilfe von mehr Bildern, integrierten Videos und weiter führenden Links ergänzen lassen, kommt es beim Buch vorrangig auf den Text an – der sich kaum sinnvoll ergänzen lässt. Eine Ausnahme stellen natürlich Sach- und Lehrbücher dar, die zum Beispiel auf einem iPad mit digitalen Inhalten angereichert zusätzliche Informationen transportieren oder sogar Interaktivität bieten können, um den Lerneffekt zu erhöhen. Aber der Roman?

Es wäre wohl nicht unmöglich, Lösungen zu finden, die auch Krimis, Thriller, Abenteuer und Komödien um Multimedia-Inhalte erweitern würden, doch bisherige Versuche in diese Richtung wirkten künstlich, aufgesetzt und es darf bezweifelt werden, dass es überhaupt im Interesse der Leser besteht, auch bei einem Roman zusätzlich „beschallt“ zu werden. Einzig und allein Bonus-Inhalte wie zum Beispiel bei einer DVD wären vorstellbar – ein paar Hintergrundinformationen über das Werk vom Autor, im Lektorat entfernte Kapitel oder ein alternatives Ende.

Komfort statt Extras

Wahrscheinlicher ist es jedoch, dass Bücher – oder besser: Romane – in Zukunft ihrem Leser einfach mehr entgegen kommen, ihn quasi „abholen“ und ihm dabei mehr Komfort bieten müssen, um das Lesen zu vereinfachen. eBook-Reader sind bereits ein Schritt in die richtige Richtung, ermöglichen sie doch den sofortigen Kauf von Büchern rund um die Uhr und quasi überall, was ein gewaltiger Fortschritt ist, und bieten zudem bereits jetzt ein überzeugendes Schriftbild sowie mehr als ausreichende Akkulaufzeit.

Gleichzeitig muss es jedoch darum gehen, verschiedene Formen des Buches miteinander zu kombinieren: Wenn ich ein Buch auf Papier kaufe, sollte ich es dann nicht auch kostenlos als eBook bekommen? Und für einen vergleichsweise geringen Aufpreis zusätzlich als Hörbuch?

Amazon bietet in den USA dabei bereits ein großartiges Feature an, das vermutlich auch in Deutschland nicht mehr lange auf sich warten lassen wird: Die Synchronisation von Audible-Hörbüchern und Kindle über Amazons Whispersync: Wenn Sie abends ein Buch auf Ihrem Kindle lesen, wird automatisch die zuletzt gelesene Seite gespeichert. Wenn Sie nun am nächsten Morgen auf dem Weg zur Arbeit das Buch im Auto weiterhören wollen, sychronisiert sich das Hörbuch ganz von alleine mit Ihrem Kindle und setzt genau an der Stelle an, an der Sie aufgehört haben. Und wenn Sie am Abend wieder zu Hause selbst weiter lesen, ist natürlich auch der Kindle wieder in Bezug auf das Weiterhören im Auto „up to date“.

Man muss es nicht mögen, doch die konstante Vereinfachung unserer Welt mit immer mehr Komfort für den Konsumenten wird und darf auch an Büchern nicht vorbeiziehen – und solche Ideen sind ein großer Schritt in die richtige Richtung. Für Sie als Autor ist das beim Schreiben eines Romans zwar bestensfalls nebensächlich; dennoch ist es sinnvoll, sich auf dem Laufenden zu halten, um keinen Trend zu verschlafen.

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