Drehbuchvertrag: Das erste Mal

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Der erste Drehbuchvertrag kann für einen Autor ein riesiger Erfolg sein, schließlich hat man es nach langer, harter Arbeit endlich geschafft, ein Drehbuch zu verkaufen und somit der Verfilmung einen großen Schritt näher gekommen zu sein. Doch tatsächlich können Drehbuchverträge allerlei Stolpersteine und unangenehme Überraschungen enthalten, auf die Sie vorbereitet sein sollten.

Lesen Sie hier unsere Hinweise zu Ihrem ersten Drehbuchvertrag!

Drehbuchvertrag Bild
von Steve Snodgrass

Inhalte des Drehbuchvertrags

Eins vorweg: Wir können hier natürlich keinerlei Rechtsberatung für individuelle Anliegen anbieten. Bei konkreten Fragen empfiehlt sich der Weg zum Anwalt, bei allen Informationen handelt es sich lediglich um unsere Ratschläge.

Grundsätzlich gilt es zunächst zwischen einem Optionsvertrag und einem „echten“ Drehbuchvertrag zu unterscheiden: Ein Optionsvertrag gibt dem Produzenten, wie der Name schon sagt, für einen gewissen Zeitraum die Option, Ihr Drehbuch zu verfilmen – die Realisierung ist jedoch von verschiedenen Faktoren wie der Finanzierung abhängig. Ein Optionsvertrag wird, wenn überhaupt, natürlich deutlich schlechter bezahlt als ein Drehbuchvertrag mit konkreter Verfilmungsabsicht. Dafür fallen die Rechte am Stoff im Falle des Verstreichens der Option an Sie zurück.

Wichtige Unterpunkte eines Drehbuchvertrags sind Abgabefristen und Anzahl weiterer Fassungen. Produzenten wehren sich gerne dagegen, eine bestimmte Anzahl an Treatment- oder auch Drehbuch-Fassungen festzulegen, was für Sie als Autor im Gegenzug jedoch bedeuten kann, dass ein Produzent sie quasi bis zur Unendlichkeit an einem Drehbuch arbeiten lassen kann. Fristen und Anzahl der Fassungen gehören daher unbedingt hinein.

Darüber hinaus versehen Produzenten einen Drehbuchvertrag gerne mit dem Zusatz, dass die erste Zahlung erst am 1. Drehtag erfolgt. Auch das sollten Sie nicht hinnehmen, schließlich liefern Sie Ihre Arbeit – oder zumindest einen großen Teil – in der Regel bereits Monate oder mitunter sogar Jahre im Voraus ab; die Bezahlung hat zeitnah zu erfolgen.

In Hinblick auf die Bezahlung ist darüber hinaus in erster Linie die Unterscheidung zwischen einem klassischen Drehbuchvertrag mit Wiederholungshonoraren und dem inzwischen üblichen Buyout wichtig: Mit dem Buyout treten Sie sämtliche Rechte an den Produzenten ab, während Sie in der klassischen Variante unter anderem auch für Wiederholungen des Films im Fernsehen bezahlt werden. Buyout bringt Ihnen kurzfristig etwas mehr Geld, das alte Modell jedoch in der Regel langfristig etwas mehr, diese Entscheidung liegt jedoch in der Regel nicht bei Ihnen.

Als Mitglied des Verbands Deutscher Drehbuchautoren haben Sie übrigens die Möglichkeit, einen Drehbuchvertrag im Zuge der kostenlosen Rechtsberatung prüfen zu lassen.

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