Ein Drehbuch kürzen

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Es ist die vielleicht ungeliebteste Aufgabe eines Drehbuchautors: Das bereits fertige und eigentlich natürlich schon großartige Drehbuch zu kürzen. Sind 140 Seiten nicht auch okay? Schließlich ist doch jede Szene absolut wichtig, witzig, spannend!

Die Antwort lautet nein, jedes Drehbuch kann und muss gekürzt werden, selbst ein bereits „zu kurzes“ Drehbuch, bei dem die Probleme dann jedoch woanders liegen.

Lesen Sie hier daher, wie man Drehbücher sinnvoll kürzt!

Drehbuch kürzen Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/jamesrbowe/

Drehbücher kürzen: Schritt für Schritt

Üblicherweise kürzt man ein Drehbuch, nachdem man den Großteil der Überarbeitung hinter sich hat, manche Autoren kürzen aber auch gerne gleich zu Beginn nach dem Schreiben – wie genau Sie das machen, bleibt Ihnen überlassen. Wichtig sind so oder so folgende Punkte:

Streichen Sie unwichtige Szenen: Hiermit lässt sich die Länge am besten verkürzen und am meisten Tempo gewinnen. Streichen Sie sämtliche Szenen, die für die Story nicht relevant sind! Wie erkennt man, ob eine Szene unwichtig ist? Ganz einfach: Stellen Sie sich die Geschichte ohne diese Szene vor – ergibt sie noch Sinn? Wenn ja, streichen Sie die Szene, egal wie lustig oder spannend sie sein mag.

Weg mit den Dialogen: Fast exakt das Gleiche gilt für die Dialoge. Können Sie einen Dialog durch eine Handlung ersetzen? Oder ist er für den Verlauf des Gesprächs schlichtweg nicht relevant, treibt er die Story nicht voran und verrät nichts über die Figuren? Dann weg damit!

Schwieriger wird es bei Dialogen, die zwar nicht relevant sind und die Story nicht vorantreiben, aber gute Gags enthalten – hier müssen Sie abwägen: Wenn der Gag wirklich gut ist, sollten Sie zunächst versuchen, ihn in einen Moment unterzubringen, der etwas über ihre Figuren verrät.

Spät rein, früh raus: Grundsätzlich gilt bei Filmen und Drehbüchern die Regel, so spät wie möglich in Szenen einzusteigen und so früh wie möglich wieder auszusteigen. Szenen beginnen nur ganz selten damit, dass ein Charakter auftaucht, die anderen begrüßt und sich dann alles anhört, was jede einzelne Figur zu sagen hat.

Alle überflüssigen Begrüßungen und Informationen, die der Zuschauer bereits anderweitig erhalten hat, müssen raus!

Gute Formatierung: Eher kosmetischer Natur, aber für viele nicht weniger wichtig, sind Kürzungen über Veränderungen am Drehbuch-Format. Besonders in Action-Szenen kann man oft durch gute Formatierung und Verkürzungen ein paar Zeilen einsparen.

Darüber hinaus sollten Sie versuchen, einzelne Worte, die eine ganze Zeile für sich vereinnahmen, zu streichen oder vorzuziehen. Bei den meisten Drehbüchern lassen sich so ein bis drei Seiten „einsparen“. Das ist zwar eher ein psychologischer Faktor, kann aber das Lesegefühl verbessern und beim Verkauf eines Drehbuchs helfen.

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