Feedback: Finger weg von Freunden & Familie!

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Kommen wir zu einem etwas unangenehmen Punkt, einem Punkt, vor dem viele Autoren Angst haben: Das erste Buch ist aus ihrer Sicht im Grunde fertig, jetzt sollte nur noch jemand Korrektur lesen und seinen Senf zu Geschichte und Figuren abgeben. Aber wer? Fremde verstehen ja überhaupt nicht, was Sie meinen, und lockere Bekannte können Sie nicht nehmen – wer weiß, was die anschließend von Ihnen denken! Also müssen meistens engste Freunde und Verwandte herhalten.

Einer der größten Fehler, die man als Autor nur machen kann.

Feedback Buch Familie Freunde Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/photon_de/

Ehrliches Feedback ist wichtig

Das hat zwei Gründe: Zum einen haben nur die wenigsten Autoren Freunde und Verwandte, die wirklich etwas von Geschichten und Dramaturgie verstehen, zum anderen wird Ihnen nahezu jeder gute Freund sagen, dass Ihre Story total super ist und er selbst das nie so gut könnte.

Ich weiß, ich weiß, Sie haben ihm doch extra gesagt, er soll Ihnen die Wahrheit sagen – aber die eine Hälfte weiß ohnehin nicht, worauf Sie beim „Lektorat“ achten soll und die andere wird Ihnen vielleicht ein, zwei kleine Kritikpunkte nennen, aber nichts Wesentliches, das auf Arbeit hinauslaufen könnte. Das liegt einfach in der Natur der Menschen.

Wenn Sie Ihr Buch verkaufen wollen, ist es daher empfehlenswert, sich fremde Hilfe zu holen: Ein echtes Lektorat kann zwar teuer sein, lohnt sich aber in fast jedem Fall. Alternativ können Sie sich zum Beispiel über Facebook oder in Online-Foren gleichgesinnte Autoren suchen und Ihr Werk von ihnen unter die Lupe nehmen lassen. Das hat den Vorteil, dass Sie eine wirklich unabhängige Meinung erhalten und im besten Fall auch noch eine Meinung von jemandem, der etwas vom Schreiben versteht.

Mit Kritik umgehen

Und was, wenn die Meinung negativ ausfällt? Zum Umgang mit Kritik finden Sie bei uns einige weiterführende Artikel, aber grundsätzlich sei gesagt: Kritik und Ablehnung gehören zum Autorendasein dazu – wenn Sie Ihr Buch tatsächlich veröffentlichen, wird Ihnen noch viel mehr Abneigung entgegenschlagen, die oft genug grundlos und falsch erscheinen kann. Begründete Kritik an ihrem Buch im Vorfeld wird Ihnen im Nachhinein beinahe harmlos vorkommen.

Heißt das, dass Sie alles umsetzen müssen, was Ihnen Ihr Lektor rät? Natürlich nicht. Aber Sie sollten seine Ansätze zumindest als Vorschläge sehen und die genannten Punkte noch einmal genau unter die Lupe nehmen.

Wenn Sie anderer Meinung sind, kein Problem, dann nehmen Sie eben keine Veränderungen an Ihrem Buch vor, aber meistens gibt es zumindest zwei, drei Punkte, die ein Paar frische Augen sehen – und damit Ihr Werk besser machen.

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