Der zu frühe Sprung ins kalte Wasser

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Es gibt viele Herausforderungen und Hindernisse beim Schreiben von Bücher und Drehbüchern, viele davon sind den meisten Autoren bekannt. Doch es gibt eine große Frage, die einen Tick zu selten thematisiert wird, obwohl sie von enormer Bedeutung ist. Diese Frage lautet: Wann sollte man den harten Schnitt von den Überlegungen hin zum eigentlichen Schreiben seines Werkes machen? Wann ist man bereit, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen?

Sprung ins Wasser Bild
von Wonderlane

Nicht zu früh anfangen

Der Hintergrund der Frage ist simpel: Fast jeder von uns ist schlichtweg ungeduldig und will die „Planungsphase“ so schnell wie möglich hinter sich bringen, möglichst schnell mit dem Schreiben an sich beginnen. Das ist ein vertrautes Gefühl, schließlich liegt den meisten von uns in fast jeder Lebenslage die Praxis weitaus mehr als die Theorie – zumal man oft erst mit der Praxis wirklich das Gefühl hat, ein Buch oder Drehbuch zu schreiben, etwas auf Papier zu bringen und Resultate zu sehen.

Doch auf der anderen Seite sorgt dieser Drang, möglichst schnell loslegen zu wollen, oft dafür, dass unerfahrene Autoren mit dem Schreiben beginnen, bevor ihre Geschichte wirklich durchdacht ist. Dass ihnen unterwegs während des Schreibens immer neue Ideen kommen, die sie unbedingt noch einbauen wollen, dass ihnen womöglich das Ende fehlt oder sie sich zu sehr von ihren Figuren lenken lassen, Szenen schreiben, die keinerlei Relevanz haben und zu guter Letzt ein einziges Chaos das Resultat ist.

Auf der anderen Seite sollte man aber natürlich auch nicht zwangsläufig jedes noch so kleine Detail im Voraus planen, da dann tatsächlich Fortschritte viel zu lange auf sich warten lassen und man sich beim Schreiben vor neuen Ideen verschließt, auf plötzliche Eingebungen kaum noch reagieren kann.

Also was tun?

Ein Gefühl entwickeln

Die kurze Antwort lautet: Sie sollten üben, üben, üben und ein Gefühl dafür entwickeln, wann Sie bereit sind, den Schritt von der Planung zum Schreiben zu wagen. Das ist, zugegeben, keine besonders befriedigende Antwort, weshalb wir Ihnen ein paar „Indizien“ an die Hand geben wollen, die Ihnen verraten können, ob Sie für den Sprung ins kalte Wasser bereit sind:

  • Können Sie die Idee hinter ihrer Geschichte klar und spannend in zwei bis drei Sätzen zusammenfassen, um das Interesse eines potentiellen Lesers zu wecken?
  • Wissen Sie, wie Ihre Geschichte anfängt, wie sie endet und welche Hindernisse Ihrem Protagonisten währenddessen im Weg stehen?
  • Können Sie die Entwicklung Ihrer Figuren klar aufzeigen und wissen Sie, was intern wie extern geschehen muss, damit Sie von Punkt A nach Punkt B kommen?
  • Wenn Sie die Augen schließen und sich eine Szene aus Ihrer Geschichte vorstellen, hören Sie Ihre Figuren und hat jeder eine unterschiedliche Sprache und Stimme?
  • Könnten Sie selbst ein fiktives Gespräch mit Ihren Hauptfiguren über ein beliebiges Thema führen?

Wenn Sie all diese Fragen mit ja beantworten können, stehen die Chancen bestens, dass Sie sowohl Story als auch Charaktere gut genug kennen und verstehen, um Ihre Geschichte zu schreiben. Wenn Sie merken, dass Ihnen einer oder sogar mehrere Punkte Probleme bereiten, ist es nicht verkehrt, noch ein wenig mehr Zeit in die Planung zu investieren.

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