Schreiben für Young Adults

Anzeige
Wie auch beim Schreiben für Kinder gelten beim Schreiben von Romanen und Drehbüchern für die so genannten „Young Adults“ eigene Regeln, die es zu beachten gilt. Ganz grob zählen etwa 14- bis 20-jährige zu den Young Adults, die in erster Linie durch die Erfolge von „Twilight“ und „Die Tribute von Panem“ wieder stärker in die Aufmerksamkeit von Autoren und Produzenten gerückt sind, allerdings lesen natürlich auch ein paar jüngere und durchaus etliche ältere Menschen diese Bücher und schauen sich die Filme an. Grund genug, das Schreiben für Young Adults in Erwägung zu ziehen.

Für Young Adults schreiben Foto
von Enokson

Immer nur Romantik?

Wenn man mit Young Adults nur „Twilight“ verbindet, könnte man schnell zu dem Schluss kommen, dass lediglich kitschige Werke von mäßiger Qualität und ohne positive Botschaft gefragt sind, doch schon „Die Tribute von Panem“ belegt das Gegenteil – obwohl auch hier die Liebe in Form von Dreiecksbeziehungen nicht zu kurz kommt.

Andererseits benötigen gerade Bücher für Jugendliche einen klaren Anker, mit dem sich die Leser identifizieren, mit dem sie mitfühlen und mitfiebern können, weshalb leicht romantisch-verklärte Liebe eine der naheliegendsten Optionen ist. Insbesondere dann, wenn die Geschichte selbst sich in einer futuristisch oder auch fantastisch angehauchten Welt abspielt.

Natürlich ist eines Liebesgeschichte kein Muss, aber es gibt nur sehr wenige Themen, mit denen sich Teenager so breit identifizieren können. Die klassische „Teen Angst“ der 90er ist heutzutage weitaus weniger präsent und Probleme mit den Eltern oder Schule sprechen insbesondere die älteren Leser ab etwa 18 nur noch bedingt an.

Klassische Motive des Coming-of-Age-Genres wie der Abschied von Freunden und Umfeld, die Entscheidung für ein eigenes Leben und das Erwachsenwerden an sich mit allem, was dazu gehört, können aber natürlich weiterhin enthalten sein. „Der Ernst des Lebens“, wenn man so will.

Die Sprache für Young Adults

Größtes Augenmerk sollte neben dem Thema des Werks natürlich auf den Figuren sowie ihrer Sprache liegen. Hierbei ist zu beachten, dass klassische Rollenbilder in Büchern und Filmen für Young Adults weitgehend fehl am Platz sind: Mädchen und Frauen dürfen bzw. sollten sogar durchaus stark, frech und mutig sein, während Jungen und Männer Gefühle zeigen dürfen. Die Zielgruppe sollten Sie dabei natürlich im Hinterkopf behalten, denn Young Adult bedeutet vor allem bei Büchern zumindest derzeit vornehmlich Mädchen, da Jungen ihre Freizeit selten mit dem Lesen verbringen.

Wie auch beim Schreiben für Kinder ist eine gewisse Nähe zu der Zielgruppe und eine Recherche über sie äußerst wichtig: Wonach sehnen sich junge Menschen und insbesondere Mädchen von heute? Was sind ihre Ziele, was suchen sie, was brauchen sie, was wollen sie? Insbesondere bei in der Gegenwart und Realität angesiedelten Romanen kann man leicht am Zeitgeist vorbeischreiben oder sogar von selbigem überholt werden, was auch ein Grund dafür ist, dass die populärsten Werke überwiegend in einer komplett fiktiven Welt angesiedelt sind, in welche die Leser entfliehen können.

Nicht weniger wichtig ist eine authentisch wirkende, die Zielgruppe ansprechende Sprache, was angesichts der sich ständig wandelnden Jugendsprache gar nicht so leicht fällt. Im Zweifel ist es daher sinnvoller, zwar verständlich, unterhaltsam und locker zu schreiben, aber insbesondere die Dialoge nicht zu sehr auf „hip“ zu trimmen, da das gleichermaßen schnell überholt wie anbiedernd wirken kann. Vergleichen Sie „Die Tribute von Panem“, das stilistisch fast konservativ geschrieben ist – wenn Ihre Geschichte im Jetzt angesiedelt ist, können Sie sich diesen Luxus natürlich nicht leisten.

Grundsätzlich ist auch eine positive Botschaft und, für mich, ein zumindest hoffnungsvolles Ende sehr zu empfehlen, sollte es doch Sinn eines Werks für Young Adults sein, ihnen zu zeigen, dass sich selbst größte Probleme bewältigen lassen. Und nicht, ihnen die Hoffnung zu nehmen.

Check Also

Warum Autoren scheitern Bild

Fünf Gründe, warum die meisten Autoren scheitern

Die Idee war großartig – eine Geschichte, wie sie noch nie zuvor erzählt wurde – ...