Sex und Erotik in Romanen und Drehbüchern

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Eine Liebesgeschichte findet sich zumindest als B-Story, also als Nebenplot, in unzähligen Büchern und Filmen – und häufig gelingt das Kennenlernen, das Flirten und „Kappeln“ zwischen Männlein und Weiblein dem Autor wirklich gut. Doch wenn es zur Sache kommen könnte, scheinen häufig die Alarmglocken zu schrillen: Was, wenn das jemand liest, der mich kennt? Was denkt er dann von mir?

Lesen Sie hier, wie man mit Sex und Erotik in Romanen und Drehbüchern als Autor umgehen kann!

Sex in Büchern und Drehbüchern Foto
von Jay Aremac

Sex und Gewalt

Zunächst einmal gilt es, etwaige Hemmung abzubauen: Fast kein Autor hat ein Problem damit, über Gewalt, Morde oder gar Folter und Terroranschläge zu schreiben, sich in einen Mörder hineinzuversetzen. Liebe und Sex auf der anderen Seite zählen zu den schönsten, angenehmsten und natürlichsten Facetten des Lebens. Halten Sie sich das vor Augen, denn hierbei als Autor Hemmungen zu haben, ist vollkommen fehl am Platz!

Dennoch muss man sich als Autor fragen, wie man in seinem Roman oder Drehbuch mit Sex und Erotik umgehen will, denn zu einem gewissen Grade stehen hier durchaus die Stimmigkeit der Welt sowie das Verhältnis mit dem Leser auf dem Spiel: Wenn Sie zwei Figuren über hundert Seiten hinweg hemmungslos miteinander flirten lassen, dann aber den „entscheidenden“ Moment verschämt überspringen oder in zwei Sätzen abhaken, kann man sich als Leser durchaus vor den Kopf gestoßen fühlen.

Ziel einer Sex-Szene

Die Frage ist daher in der Regel nicht, ob Sie eine etwaige Sex-Szene schreiben sollten, sondern vielmehr wie sehr sie ins Detail gehen, welchen Umfang und welche Worte sie wählen: Soll es eine künstliche, leicht verträumt wirkende, auf „romantisch“ getrimmte Szene sein? Soll sie eher realistisch, aber doch sehr leidenschaftlich wirken? Oder möchten Sie den Sex mehr als etwas Kühles, Emotionsloses darstellen?

Es gibt viele Möglichkeiten und natürlich muss eine Sex-Szene in den Kontext der Geschichte passen. In einer sanften Liebesgeschichte wirkt eine harte, direkt geschriebene Sex-Szene womöglich eher deplatziert. In einem Thriller kann auf der anderen Seite Romantik fehl am Platz sein. Dann wiederum ist es auch möglich, durch einen Kontrast zwischen Geschichte und Sex einen Effekt zu erzielen – wenn Sie das wünschen und wissen, was Sie tun.

Eine Ausnahme stellen Drehbücher dar, da Filme anders als Bücher deutlich engeren Spielregeln unterliegen, sie die Ausstrahlung und natürlich auch die Darsteller bedenken müssen: In deutschen Filmen ist ein gewisser Grad an Nacktheit zwar weitaus gängiger als in Hollywood-Streifen, doch auch hier gibt es recht klare Grenzen.

In romantischen Komödien beispielsweise ist der Sex, wenn er denn überhaupt angedeutet wird, in der Regel fast kindlich verspielt, in Krimis wird er meistens eher der Atmosphäre gemäß kühl und nüchtern dargestellt, während es in Thrillern durchaus freizügiger zugehen kann. Wichtig ist, dass die Szene – wie jede andere Szene in einem Film auch – einen Sinn hat, die Story vorantreibt oder uns etwas über die Charaktere verrät.

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