Sich eigene Vorbilder suchen

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Inspiration kann man fast überall finden, wenn man die Augen offen hält, doch fast jeder erfolgreiche Autor kann auch die ein oder anderen Autoren nennen, die ihn inspiriert und in gewisser Weise als Vorbilder fungiert haben.

Man könnte sogar so weit gehen zu sagen: Jeder Autor braucht ein paar Vorbilder, an denen er sich orientieren kann, um nicht in der weiten Welt des Schreibens auf sich selbst gestellt zu sein. Also suchen Sie sich welche!

Vorbilder suchen Foto
von Marcin Wichary

Stil und Substanz

Dass es im Grunde keine neuen Ideen mehr gibt, haben wir bereits besprochen, weshalb es umso wichtiger ist, als Autor einen eigenen Stil zu entwickeln, durch den man sich von der „Konkurrenz“ unterscheidet. Denn wenn schon die Geschichte an sich kaum herausstechen kann, dann sollte es neben Ihren Figuren natürlich auch Ihrem Schreibstil gelingen.

Es gibt zweifellos mehrere Autoren, die Sie nennen können, die Ihnen aufgrund Ihres Stils zu schreiben in Erinnerung geblieben sind – im Guten wie im Schlechten. Besonders passende und einfallsreiche Vergleiche, ständige Cliffhanger, starke, plötzliche Wendungen oder auch einfach nur witzige Dialoge, all das kann Teil eines besonderen Schreibstils sein.

Dan Browns Bücher etwa waren nicht so erfolgreich, weil sie großartige Charaktere oder einfallsreiche Geschichten erzählten, sondern weil sie so atemlos geschrieben waren, dass man kaum anders konnte, als immer weiter umzublättern. Und ein M. Night Shyamalan‎ hat seine halbe Filmkarriere darauf aufgebaut, seine Drehbücher mit einem überraschenden Twist zu versehen, bis ihn irgendwann auch der letzte Kinogänger durchschaut hatte.

Natürlich kann ein eigener, ungewöhnlicher Stil auch nach hinten losgehen, doch getreu dem Motto „jede Presse ist gute Presse“ ist es immer besser, in Erinnerung zu bleiben als überhaupt nicht wahrgenommen zu werden.

Vorbilder suchen

Häufig hört man den Tipp, ein angehender Autor solle selbst einfach so viel wie möglich lesen, um sich fortzubilden und zu einem gewissen Grade ist das auch richtig, allerdings bin ich der Meinung, dass jeder Schriftsteller – und gerade ein Anfänger – mit ein paar großen Vorbildern, die er irgendwo „nachahmen“ will beziehungsweise von denen er sich inspiriert fühlt, zunächst besser fährt.

Kann man auch als Autor schon bei seinem ersten Buch oder Drehbuch einen vollkommen eigenen Stil entwickeln? Möglich, aber ehrlicherweise bleibt das den größten Talenten vorbehalten. Ich halte es für sinnvoller, sich drei, vier Vorbilder zu suchen, herauszufiltern, was Ihre Werke so gut für Sie macht, und dann zu versuchen, diese Stärken nachzuahmen.

„Das klingt wie Kopieren“, mögen Sie sagen, doch das träfe nur zu, wenn Sie sich einen Autor als Vorbild und seine Werke eins zu eins nachahmen würden. Jedes Buch und jedes Drehbuch ist letzten Endes eine Kombination aus verschiedenen, bereits existierenden Ideen, Themen, Plotpunkten sowie Figuren – ein eigener Stil entsteht, wenn Sie sie sich an verschiedenen Vorbildern orientieren, deren Stile kombinieren und dann darüber hinausgehen.

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