Sind Bücher tot?

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In Zeiten von Fernsehen, Filmen, Musik, Videospielen und natürlich vor allem dem Internet, Handys und Smartphones kommt man als Buchautor nicht umher, sich manchmal der Frage zu stellen: Sind Bücher tot?

Wer liest heute eigentlich noch? Und können eBooks und eBook-Reader wieder mehr Menschen zum Lesen bewegen oder erreichen sie womöglich genau das Gegenteil?

Lesen Sie hier unsere persönliche Einschätzung zur Frage!

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/alancleaver/

Bücher oder Geschenke?

Ein schneller Blick in einen x-beliebigen Buchhandel sollte eigentlich beruhigen: Sind die Buchläden in den letzten zwei Jahrzehnten nicht immer größer geworden? Findet man nicht in nahezu jeder „Shopping Mall“ einen Thalia? Und sind die Geschäfte nicht dauernd voll?

All das stimmt und stimmt auch wieder nicht, denn natürlich sind Großbuchläden in den letzten zehn Jahren präsenter denn je geworden, doch auf der anderen Seite haben dafür unzählige kleine Buchhandlungen das Zeitliche gesegnet. Und schon lange punkten die Geschäfte nicht mehr allein mit Büchern, sondern führen auch DVDs, Spiele und nicht zuletzt Geschenkartikel.

Das kann man positiv sehen, man hat es geschafft, mit einem neuen Konzept relevant zu bleiben, oder man kann es negativ betrachten und sagen: Buchläden sind eigentlich nichts anderes als bessere „Geschenkläden“ mehr.

Liest die Jugend?

Nichtsdestotrotz verkaufen sich Bücher noch immer ganz gut und doch stellt sich die Frage, wie das wohl in zehn oder zwanzig Jahren aussehen mag, denn während man bis in die 90er noch regelmäßig Jugendliche mit Büchern in Bussen und Bahnen sitzen sah, so sind diese heute fast ausnahmslos von Handys und Smartphones verdrängt worden.

Lesen kann man kostenlos im Internet, wo es auch Videos und Musik und was nicht alles gibt, lesen kann man bei der Kommunikation mit seinen Freunden auf Facebook – aber Bücher? Nee.

Das mag nach „früher war alles besser“ klingen oder nach der üblichen Skepsis der Älteren gegenüber ihren Nachkommen und doch lässt sich nicht verhehlen, dass Bücher auch kulturell an Bedeutung verloren haben, möglicherweise in mittlerer Zukunft überhaupt nicht mehr in dieser Form existieren werden. Zunächst wurden und werden Zeitungen und Zeitschriften durch kostenlose Online-Angebote verdrängt, da ist es nur logisch, dass teure Bücher als nächstes an der Reihe sind – und durch billige eBook-Gegenstücke ersetzt werden.

eBook als Chance?

Der Trend zum eBook und Download-Büchern ist langfristig unumgänglich, muss aber keine Gefahr, sondern kann zugleich auch eine Chance sein: eBooks benötigen keine echte „Mindestlänge“ wie Bücher auf Papier, um verkauft werden zu können, was Autoren mehr Freiheiten bei der Erzählung ihrer Geschichte einräumt. Zudem müssen die niedrigen Preise für Autoren letzten Endes nichts Schlechtes bedeuten; wenn Mittelsmänner wie Transport, Herstellung und Verkauf ausgeschaltet werden, könnte am Ende sogar mehr für sie übrig bleiben.

Sorge sollte allein die immer geringer erscheinende Aufmerksamkeitsspanne unserer Generation machen, die im Fernsehen von Programm zu Programm und im Netz von Seite zu Seite springt, der selbst eine 45-minütige Folge einer TV-Folge schon zu lang sein kann, um nicht nebenbei zum Handy zu greifen und darauf herumzutippen.

Ob Bücher, auf Papier oder als eBook, dazwischen ihren Platz finden können, bleibt abzuwarten. Und wenn nicht, werden sie vielleicht immer noch als Geschenk taugen, wenn einem sonst nichts einfällt…

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