8 Tipps wie Sie bessere Dialoge schreiben

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„Die Dialoge klingen so künstlich!“ und „Die Gespräche hören sich so steif an!“ sind zwei der häufigsten Aussagen, die man von angehenden Drehbuchautoren vernimmt, wenn sie über ihre eigenen Werke und ihre Probleme damit sprechen.

Tatsächlich sind es überraschend selten Story oder Figuren, die auf Selbstkritik stoßen, sondern eben das Niederbringen des gesprochenen Wortes auf’s Papier.

Lesen Sie hier daher unsere acht Tipps wie Sie bessere Dialoge schreiben!

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/zappowbang/

Bessere Dialoge schreiben

8. Reality Check: Das Erste, was Sie sich vor Augen halten sollten, ist, dass Ihre Dialoge vermutlich gar nicht so schlecht sind – es ist nur einfacher, Dialoge als beispielsweise die Story-Struktur zu kritisieren, weil Sie sich mit Ersterem deutlich besser auskennen. Gespräche hören wir seit unserer Kindheit den ganzen Tag über, doch mit der Struktur von Drehbüchern beschäftigen Sie sich vermutlich deutlich kürzer. Das soll nicht bedeuten, dass Ihre Geschichte „genauso schlecht“ ist wie Ihre Dialoge, es soll Ihnen nur die Angst vor dem Schreiben der Dialoge etwas nehmen: Ja, sie sind schwierig, aber auch überzogene Kritik ist unangebracht.

7. Neue Leute kennenlernen: Schließen Sie die Augen und stellen Sie sich ein typisches Treffen mit ihren besten Freunden oder Verwandten vor. Hören Sie die Stimmen und wissen Sie genau, wie jeder spricht? Vermutlich, denn ihr nahes Umfeld bildet auch Ihre eigene Sprechweise. Das jedoch kann dazu führen, dass sich auch all Ihre Figuren recht ähnlich anhören und kaum einer mit einer klaren, eigenen Stimme spricht. Ein Autor sollte deshalb immer offen für Neues sein, neue Leute kennenlernen oder auch einfach nur beobachten…

6. Lauschen und niederschreiben: … und sich dann deren sprachliche Besonderheiten notieren. Auch die Gesprächsführung kann sehr interessant sein, denn fast immer ist es so, dass eine Person das Gespräch lenkt und die andere eher lauscht – in den meisten Filmen jedoch sollten beide Gesprächspartner ein Interesse an dem Verlauf und Ausgang des Gesprächs haben. Zudem wird Ihnen auffallen, dass Dialoge im Film überhaupt nicht so klingen können wie in der Realität…

5. Perfekt formuliert und doch Eigen: … weil die meisten Menschen im wahren Leben verdammt schlecht reden: Sie stottern, suchen die richtigen Worte, lassen Worte aus, bilden unsinnige Satzkonstruktionen und, und, und. Bis auf ganz wenige Ausnahmen ist all das beim Dialoge schreiben für Drehbücher unerwünscht. Denn in Filmen sprechen die Figuren fast immer so als hätten sie mindesten zehn Sekunden Zeit gehabt, um sich ihre Antwort zu überlegen – selbst wenn sie sofort antworten.

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/aloha75/
4. Szene mehrmals im Kopf durchgehen: Häufig entstehen schlechte Dialoge aber auch daraus, dass man als Autor oftmals den Drang verspürt, einfach drauf los zu schreiben. Viel sinnvoller ist es für die meisten Autoren jedoch, eine Szene erst mehrere Male im Kopf durchzugehen, bis sie sich vor Ihrem Inneren Auge rund anfühlt. Dabei müssen die Dialoge nicht einmal unbedingt sofort kommen – die erste Variante kann ausschließlich die Handlungen enthalten, schließlich ist das Motto immer noch: Show, don’t tell! Also: Was kann ohne Dialoge gezeigt werden?

3. Starke Figuren entwickeln: Meistens mangelt es aber schlichtweg daran, dass nicht die Dialoge an sich sondern die Charaktere zu schwach sind. Übertrieben artifizielle Unterschiede oder gar Dialekte sind in vielen Drehbüchern fehl am Platz und doch sollte jede Figur zumindest ein paar Dialogzeilen haben, die nur sie so sagen kann und würde. Gerade wenn ein Charakter zum ersten Mal eingeführt wird, braucht er ein paar starke Worte (und Handlungen), die ihn klar etablieren. Ob es an der eigenen Stimme schwächelt, können Sie mit einem recht simplen Test herausfinden: Tauschen Sie in einer Szene den Text einer Figur gegen den einer anderen aus. Wenn eine Figur die Worte einer anderen sprechen könnte, ohne dass es falsch klingt, fehlt ihr die eigene Stimme.

2. Ziele in jeder Szene: Noch wichtiger ist, dass die Charaktere in jeder Szene ein Ziel verfolgen. Selbst – oder gerade – in eher simplen Dialogszenen wollen wir den Figuren nicht einfach beim Plappern zuhören, vielmehr sollte mindestens einer von ihnen ein klares Ziel vor Augen haben und der andere ihm dabei im Weg stehen. Natürlich können auch beide ein eigenes Ziel verfolgen, das konträr verläuft. Wichtig ist, dass etwas auf dem Spiel steht, ein Konflikt sich auftut, denn nur so gewinnt eine Szene an Spannung und damit auch die Dialoge.

1. Herangehensweisen überdenken: Schließlich sollten Sie sich die Frage stellen: Auf welche Art und Weise würde meine Figur versuchen, dieses Ziel zu erreichen? Nehmen wir als simples Beispiel eine Frau, die glaubt, ihr Mann habe eine Affäre und sie möchte ihn damit konfrontieren:

Wirft sie es ihm direkt vor? („Ich weiß, was Du tust, Du Schwein!“), Redet Sie um den heißen Brei herum? („Liebst Du mich noch?“), will sie ihm die Chance geben, es selbst zu offenbaren („Möchtest Du mir etwas sagen?“ / „Wo warst Du eigentlich gestern? Ich hab in deinem Büro angerufen und Du…“), spielt sie mit ihm („Ich hab da jemanden getroffen.“), droht sie ihm, manipuliert sie ihn, gibt sie sich beleidigt? Es gibt unzählige Herangehensweisen aber nur eine richtige für Ihre Figur – und die muss sich auch in ihren Dialogen widerspiegeln.

Haben Sie selbst Tipps oder Fragen zum Dialoge schreiben, können Sie diese gerne in den Kommentaren posten!

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