Vermeiden Sie Klischees!

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Es ist einer der simpelsten Tipps, die man angehenden Buchautoren nur geben kann, sollte man meinen: Vermeiden Sie Klischees!

Ja. Logisch. Was denn sonst? Niemand wählt mit Absicht Klischees für seine Geschichte, niemand will einen Roman schreiben, der nur aus an den Haaren herbeigezogenen Handlungen besteht. Und doch passiert es unendlich vielen Romanautoren bei ihrem ersten Werk. Warum ist das so und was kann man dagegen tun?

Lesen Sie hier, wie man Klischees vermeidet!

Buch Klischees vermeiden Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/69951919@N00/

Klischees hinterfragen

Was ist ein Klischee? In erster Linie etwas, auf das unser Gehirn automatisch zurückgreift, weil es genau diese Situation schon hundert Mal gesehen hat. Der Held muss aus einer geheimen Militärbasis fliehen? Natürlich: Lüftungsschächte! Ein Kommissar hat ein Problem, das ihn beschäftigt? Na klar, der Tod seiner Frau oder Tochter. Eine Ermittlerin konfrontiert den gefährlichen Täter? Logisch, da fährt sie bestimmt alleine hin! Und das älteste aller Klischees: Der Täter ist immer der Gärtner – auch wenn das vermutlich nie zutraf.

Klischees sind nichts anderes als Faulheit, wir greifen oft unbewusst auf bekannte Lösungen zurück, um uns nicht die Mühe zu machen, Situationen wirklich zu durchdenken und interessant zu gestalten. Doch Ihre Leser haben diese Situationen alle schon zig Mal gesehen und haben im besten Fall nur ein Gefühl von Déjà vu, im schlimmsten Fall verdrehen sie die Augen und legen Ihr Buch beiseite.

Also müssen Sie Klischees hinterfragen – und das bedeutet, jede einzelne Situation und Entscheidung jeder Figur genau zu durchdenken.

Alternativen suchen

Denn die überraschenden Situationen, Lösungen und Momente sind es, die uns von Büchern, Romanen und Filmen in Erinnerung bleiben. In keiner realen Militärbasis der Welt wird es Lüftungsschächte geben, durch die ein Mensch kriechen kann, also suchen Sie einen anderen Weg in die Freiheit, am besten auf die einzigartigen Fähigkeiten des Protagonisten zugeschnitten.

Und muss es überhaupt eine Militärbasis sein? Kann Ihre Figur nicht ganz woanders gefangen gehalten werden? Befinden sich die geheimen Daten, die er sucht, nicht auf dem Militärgelände sondern im Besitz einer Agentin, die sich gerade auf, sagen wir, einer Hochzeit befindet? Vielleicht der Hochzeit eines guten Freundes des Protagonisten und er will sie nicht stören, gleichzeitig aber an die Daten kommen?

Zugegeben, jetzt wird es ein wenig haarsträubend, aber es ist wichtig, als Autor möglichst viele Möglichkeiten zu durchdenken, um Klischees zu vermeiden und weitaus interessantere Situationen zu erschaffen. Ein Heiratsantrag in einem Schlachthaus spielt sich sicher anders ab als auf einem Kirchturm. Die Konfrontation mit dem Antagonisten in einer Lagerhalle ist langweilig, aber was, wenn der Protagonist seinen Widersacher in einer Schule trifft – in einer Schule, welche die Kinder beider besuchen, die womöglich gar befreundet sind?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, eine Geschichte zu entwickeln. Klischees sollten immer die letzte Möglichkeit sein.

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