Warum man offline kreativer sein kann

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Leben wir als Autoren heute nicht in einer bequemen Welt? Früher mussten Schriftsteller und Drehbuchautoren Ihre Werke mühselig mit Stift oder Schreibmaschine auf Papier schreiben, Korrekturen waren umständlich und schnell mal etwas nachzuschlagen war ein Ding der Unmöglichkeit. Doch es spricht vieles dafür, auch heute noch zumindest zum Teil offline zu arbeiten – weil es die Kreativität und Konzentration steigert.

Lesen Sie hier, warum es sich lohnt, den Computer mal auszuschalten!

Offline kreativer Bild
von viZZZual.com

Analog planen

Auch wenn Wissenschaftler schon lange versuchen, hinter die Geheimnisse der Kreativität zu kommen, ist sie bis heute noch relativ unerforscht – kein Wunder, hängt doch nicht Leben und Tod an ihr, was gleichbedeutend ist mit: Man kann nur wenig Geld mit der Forschung verdienen. Dennoch gibt es ein paar weitgehend anerkannte Aspekte, welche die Kreativität beeinflussen.

So lebt Kreativität, was vermutlich niemanden überraschen wird, in erster Linie davon, seinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Das bedeutet: Den Kopf frei zu haben, den Ideen Freiraum zu geben, vor allem aber auch, sich nicht ständig selbst zu korrigieren, kritisieren und sogar zensieren. Nicht umsonst kommen vielen Autoren und anderen kreativen Köpfen die besten Ideen während vollkommen belangloser, automatisch ablaufender Tätigkeiten wie dem Duschen oder kurz vor dem Einschlafen.

Das Problem ist: Wenn Sie auf der Suche nach Kreativität, nach neuen Einfällen, vor dem PC sitzen, sind Freiraum und Verzicht auf Selbstzensur häufig nicht gegeben. Kreative Gedanken entstehen nicht zuletzt in Momenten der Langeweile, der inneren Ruhe, und die haben vor dem Computer heutzutage nur noch die wenigsten, ist man doch mit zwei Klicks auf jeder beliebigen Website im Netz, um hier seine Zeit zu vertreiben.

Und wer seine Geschichten direkt in einem Word-Dokument plant, hat fast immer schon den Finger auf der Backspace-Taste – vermeintlich schlechte Ideen werden sofort gelöscht und durch eine „bessere“ ersetzt, ohne sich überhaupt frei entfalten zu können. Jede Idee, auch eine schlechte, ist wertvoll, weshalb Ihr Gehirn ein Gefühl der Belohnung dafür erhalten sollte, und dieses Gefühl kann nur dann wirklich eintreten, wenn es diese Idee wirklich auf Papier gebracht sieht und sie nicht umgehend der Backspace-Taste zum Opfer fällt.

Hinzu kommt, dass zwischen Geist und Körper natürlich eine starke Verbindung besteht: Es ist nicht das gleiche, mit den Fingern auf ein paar Plastiktasten zu hauen, um dann Punkte auf einem Bildschirm aufleuchten zu sehen – das Gefühl, tatsächlich selbst zu schreiben, wird dem Drücken abstrakter Knöpfe auf einer Tastatur immer überlegen sein.

Ich rate daher jedem angehenden Autor ganz dringend, zumindest in der Planungsphase seines Buchs oder Drehbuchs den Computer öfter mal auszuschalten und sich in vollkommener Ruhe nur mit seinen Gedanken vor ein Blatt Papier zu setzen und auch vermeintlich schlechten Ideen eine Chance zu geben, ohne sie gleich wieder zu löschen. Langeweile sowie der Verzicht auf Abwechslung sind der Kreativität in vielen Fällen zuträglich.

Digital ausführen

Zugleich soll das hier aber natürlich kein Pamphlet gegen den Computer sein, denn zum eigentlichen Schreiben und Editieren basierend auf Ihren Planungen ist der PC oder Mac weiterhin bestens geeignet.

Gleichwohl empfiehlt es sich auch hier, immer mal wieder einen Offline-Zwischenschritt einzulegen und sein geschriebenes Werk auf Papier auszudrucken, um es frei von Ablenkungen lesen und korrigieren zu können – denn auch die Korrektur mit Hand und Stift fühlt sich oft direkter an als hinter einer Glasplatte auf dem Monitor.

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