Was ist eine Outline?

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Nachdem wir bereits Pitch, Exposé und Treatment besprochen haben, folgt nun als letzter großer Schritt vor dem Schreiben eines Buch oder Drehbuchs die Outline – wobei eine Outline oft den zweiten großen Schritt nach beziehungsweise während der Entwicklung des Stoffes darstellt.

Eine Outline ist eine übersichtliche Auflistung der Struktur der Geschichte, in der Regel gestaffelt nach Akten, Sequenzen und Szenen beziehungsweise Kapiteln, was Ihnen einen hervorragenden Überblick vor dem Schreiben des ersten Entwurfs ermöglicht und die gefürchteten Logikfehler unwahrscheinlich macht.

Outline: Form & Aufbau

Da eine Outline in erster Linie Ihnen selbst als Autor beim Schreiben hilft, gibt es keine festen Regeln bezüglich der Form. Sinnvoll ist eine Unterteilung in die drei bis vier Akte Ihrer Geschichte, dann eine weitere Unterteilung in die wichtigsten Sequenzen beziehungsweise Kapitel und schließlich eine letzte Unterteilung in die einzelnen Szenen.

Ein Beispiel dafür könnte sein:

1. Akt
Sequenz A: Ein gewöhnlicher Arbeitstag & Incident
Szene 1: Jack wacht um 5 Uhr morgens auf, haut auf den Wecker
Szene 2: Jack putzt sich im Halbschlaf im Badezimmer die Zähne
Szene 3: Jack quält sich mit der U-Bahn zur Arbeit
(…)
Szene 8: Jack rettet einem Mann das Leben (Incident)

Sequenz B: Jack lernt den Mann kennen
Szene 9: Jack lädt den verstörten Mann auf einen Kaffee ein
Szene 10: Der Mann bietet an, sich bei Jack zu revanchieren
(…)

Ob diese Geschichte irgendeinen Sinn ergibt, sei nun dahin gestellt, aber die Form ist offensichtlich: Sie zerlegen die Story in ihre einzelnen Bestandteile und notieren dann die wichtigsten Details. Was passiert? Was treibt die Story voran? Was geht in den einzelnen Figuren vor? Welche inneren und äußeren Hindernisse müssen Sie überwältigen?

Eine Outline kann eine knappe Seite lang sein oder zehn Seiten, das liegt ganz bei Ihnen. Wichtig ist, dass die Geschichte für Sie in Form der Outline einen Sinn ergibt und keine Lücken aufweist.

Outline: Wie aufschreiben?

Wie man eine Outline am besten aufschreibt, darüber gibt es zig Meinungen. Manche notieren es sich auf Papier, andere in einem Word-Dokument, wieder andere auf Karteikarten, noch andere schreiben auf einer Tafel oder einem White Board.

Papier hat den Vorteil, dass es das Ganze etwas greifbarer macht, dafür kann man in einem Word-Dokument und auf Karteikarten leichter Veränderungen vornehmen, die Struktur der Geschichte womöglich klarer sehen und einzelnen Szenen problemlos herumschieben.

Tafeln und White Boards kommen im professionellen Drehbuchschreiben vor allem bei TV-Serien zum Einsatz und sind vor allem dann praktisch, wenn Sie mit mehreren Drehbuchautoren zusammenarbeiten.

Karteikarten bieten zudem den Vorzug, dass sie in verschiedenen Farben erhältlich sind. So können Sie zum Beispiel action- und dialoglastige Szenen voneinander unterscheiden und so den Fluss der Story etwas besser kontrollieren – oder bei sehr komplexen Geschichten A-, B- und C-Story trennen.

Wichtig ist nur, dass die Outline letzten Endes ihre Funktion erfüllt, Ihnen die Story übersichtlich vor Augen zu halten, und Sie, wenn nötig, letzte Veränderungen einfach vornehmen können.

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