Wie ich schreibe: Patrick Maak

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Der amerikanische Drehbuchautor John August hat vor zwei Jahren eine „How I Write“-Reihe gestartet, in der er verschiedene Autoren dazu befragt hat, wie sie schreiben: Wann, in welchem Umfeld, welche Hilfsmittel nutzen sie, welche Software und welche Hardware kommt zum Einsatz und was würden sie, wenn möglich, an ihrem Rhythmus ändern.

Ich fand das immer sehr interessant und will es daher an dieser Stelle aufgreifen und Ihnen meinen eigenen Arbeitsauflauf beim Schreiben erläutern, weil ein fester Tagesablauf für die meisten Autoren sehr sinnvoll ist.

Wie ich schreibe Screenshot

Freier Kopf am Morgen

Ich beginne mit dem Schreiben am liebsten am frühen Morgen. Früh bedeutet für mich in der Regel zwischen sieben und acht Uhr, wichtig ist mir aber letzten Endes nur, dass es das erste ist, was ich nach dem Aufstehen – beziehungsweise dem Duschen und Frühstücken – mache. Ich checke keine E-Mails, lese keine Websiten, schalte nicht das Radio oder gar den Fernseher an, auf der Suche nach Ablenkung: Nein, ich schreibe. Mal eine Stunde lang, mal zwei, manchmal auch nur eine halbe – so lange wie es eben geht. Bleibe ich hängen, ist das für mich ein Grund, umso länger dran zu bleiben, auch wenn es schwerfällt. Allerdings setze ich mir keine festen Ziele, zwei Seiten oder ein Kapitel schreiben zu müssen, um mich nicht unter Druck zu setzen.

Wenn ich mit meiner ersten „Schicht“ zufrieden bin, gönne ich mir eine kleine Pause, jetzt checke ich E-Mails, vertrödele ein bisschen Zeit im Web, gehe Einkaufen oder was mir sonst so in den Sinn kommt. Nach dreißig bis sechzig Minuten Pause geht es weiter, bis zum Mittagessen.

Der Nachmittag gestaltet sich dann unterschiedlich: An guten Tagen schreibe ich auch hier noch weiter, häufig kommen mir aber andere Dinge dazwischen und mir fehlt die rechte Konzentration. Komischerweise kehrt die hin und wieder gegen Abend zurück, aber das ist Glückssache – ich gehöre nicht zu den Menschen, die gerne bis tief in die Nacht hinein schreiben, auch wenn die besten Idee mir oft im Bett kommen und ich sie am nächsten Morgen wieder vergessen habe.

Simple Programme

Ich habe unzählige Programme ausprobiert, letzten Endes schreibe ich Blog-Einträge aber fast immer direkt im Browser, während für Bücher Scrivener meine erste Wahl ist: Die Software erlaubt es, viele Informationen ohne großen Aufwand zu sortieren, Charakter- und Location-Profile anzulegen, Kapitel einzeln und somit übersichtlich zu bearbeiten sowie sie am Ende mit einem Mausklick zusammenzufügen. Programme wie WriteRoom oder OmmWriter befanden sich alle mal auf meiner Festplatte, letzten Endes bin ich aber in der Lage, mich auch in Scrivener mit seinem Vollbildmodus ausreichend zu konzentrieren.

LibreOffice in Verbindung mit Dropbox benutze ich hin und wieder noch für Briefe, aber nicht zum Schreiben von Büchern oder Blogeinträgen, stattdessen kommt GoogleDocs zum Einsatz, wenn ich auf Dokumente überall zugreifen muss. Andere Programme laufen bei mir nicht, da ich beim Schreiben Ruhe brauche: Instrumentale Musik mag noch funktionieren, mein absoluter Graus sind aber Instant Messanger und Smartphones sowie E-Mail-Programme mit ihren ständigen Benachrichtigungen und Tönen – all das muss aus, denn jede Benachrichtigung stört die Konzentration enorm.

Verbesserungspotential sehe ich bei mir vor allem in dem Hang, doch etwas zu oft schon während des Schreibens zu korrigieren. Am besten wäre es, erst einmal alles auf’s virtuelle Papier zu bringen und anschließend jegliche Fehler zu beheben, doch diesem Drang zu widerstehen, ist verdammt schwer.

Darüber hinaus habe ich in der Vergangenheit oft, wie oben bereits erwähnt zum Beispiel im Bett, vergessen, was ich aber jetzt zu verändern versuche, indem ich immer einen Notizblock oder notfalls mein Handy in Griffnähe haben – auch auf dem Nachttisch liegen Zettel und Stift bereit. Ich hoffe nur, dass mein Gehirn das nicht zum Anlass nimmt, mir vor dem Einschlafen keine Ideen mehr zu senden…

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