Wie man durch’s Lesen lernt

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Oder auch: Wie man Bücher und Drehbücher als Autor richtig liest. Denn nichts sollte Ihnen als Autor mehr helfen als das Analysieren von Werken anderer Autoren – nicht das Lesen von Büchern über’s Schreiben und auch nichts das Lesen unseres Blogs. Wenn man ein fremdes Buch bewusst und vor allem aktiv liest, kann man als aufmerksamer Beobachter mehr Schlüsse daraus ziehen als aus jedem theoretischen Wissen. Vorausgesetzt, man weiß wie.

Lesen Sie hier daher, wie man durch’s Lesen am besten lernt!

Durch Lesen lernen Foto
von makelessnoise

Aktives Lesen

Vorweg: Natürlich sollten Sie als Autor nicht jedes Buch oder Drehbuch, das Sie lesen, mit dem Fokus auf’s Lernen und die Analyse lesen – auch ein Autor sollte in der Lage sein, einen Film oder einen Roman einfach auf sich wirken zu lassen und zu genießen.

Gleichwohl legen viele angehende Schriftsteller zwar großes Augenmerk auf die Theorie, aber nur sehr bedingt auf die Praxis. Doch woran könnte man besser lernen als einem veröffentlichten Roman oder einem produzierten Drehbuch?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten wie man anhand von Werken anderer Autoren lernen kann: Entweder Sie lesen erst das komplette Werke und notieren sich anschließend, was Ihnen gefallen hat und was Ihnen nicht gefallen hat sowie vor allem warum Ihnen etwas gefallen hat oder nicht gefallen hat. Das erlaubt Ihnen, das Werk zunächst in seiner Gesamtheit auf sich wirken zu lassen und anschließend darüber nachzudenken. Gerade bei langen Romanen fällt es jedoch natürlich oft schwer, sich nach 500 Seiten überhaupt noch an den Anfang erinnern zu können.

Wenn Sie also eine „echte“ Analyse vornehmen wollen, führt kein Weg drumherum, schon von Beginn an Zettel und Stift beim Lesen neben sich zu legen und sich regelmäßig Notizen zu machen. Dabei sollten Sie sich auf einen bestimmten Teil des Werks konzentrieren: Vielleicht ist es die Struktur, vielleicht sind es die Dialoge, vielleicht ist es auch nur die Art und Weise, wie einzelne Figuren eingeführt werden, oder wie der Autor Spannung erzeugt.

Alles beim ersten Lesen unter einen Hut zu bringen, ist zu Beginn nahezu unmöglich, also suchen Sie sich etwas davon aus, streichen Sie wichtige Sätze an und notieren Sie sich alles, was Ihnen in den Sinn kommt – im Positiven wie im Negativen!

Analyse und Lernen

Auf das aktive Lesen und das Notieren folgt die Analyse, wobei sich zum einen die bereits erwähnten Fragen stellen (was hat Ihnen gefallen oder nicht gefallen und warum), zum anderen sollten Sie sich bei jedem Punkt fragen, warum der Autor sich so entschieden hat, welches Ziel er damit erreichen wollte, welche Vor- und Nachteile seine Wahl hat und wie man es vielleicht besser oder auch schlechter hätte machen können. Wenn Sie diese Geschichte geschrieben hätten, hätten Sie die gleichen Entscheidungen getroffen? Oder wäre es eine gänzlich andere Geschichte geworden? Und wenn ja, wieso?

Das alte Klischee, dass man mehr von schlechten Büchern als von guten lernt, halte ich jedoch für falsch, denn beim Schreiben geht es nicht nur darum, Fehler zu vermeiden, sondern auch eine Euphorie für sein Werk zu verspüren, eine erzählenswerte Geschichte zu visualisieren und sie unbedingt realisieren zu wollen, weil sie so spannend, so lustig oder so wichtig ist – und das lernen Sie besser anhand von Romanen und Drehbüchern, die Sie selbst begeistern, Sie inspirieren und Sie dazu anstacheln, ähnlich gute Storys zu schreiben!

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