Wie man mit Ablehnung umgeht

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Es ist die wahrscheinlich größte Angst eines jeden Autors: die Angst vor Ablehnung. Was, wenn das Buch, an dem ich ein Jahr lang geschrieben habe, nicht nur von keinem Verlag angenommen wird, nicht nur ignoriert wird, sondern wenn es eine oder gleich mehrere klare und unmissverständliche Absagen gibt? Wenn es heißt: „Das Schreiben von Büchern liegt Ihnen möglicherweise nicht.“ Wenn die Zweifel an den eigenen Fähigkeiten plötzlich nicht mehr nur vage im Hintergrund schlummern, sondern schwarz auf weiß vor einem liegen? Wie geht man als Autor mit Ablehnung um?

Mit Ablehnung umgehen Foto
von jadakatt

Ablehnung: Jeder kennt sie

Die fünf Phasen der Trauer – Leugnung, Wut, Verhandlung, Depression und schließlich Akzeptanz – sind vermutlich den meisten Autoren bekannt und treffen in vielen Fällen auch auf eben jene Ablehnung zu, wobei die Phase der Wut („Die wissen doch gar nicht, was gut ist!“) häufig am längsten anhält. Leider ist es neben der Depression zugleich die unangenehmste Phase, weshalb man den Weg zur Akzeptanz beschleunigen sollte.

Akzeptanz bedeutet in erster Linie zu verstehen, woher die Ablehnung kommt und was sie bedeutet, verbunden mit dem Wissen, das so gut wie jeder Autor dieser Welt im Laufe seiner Karriere immer wieder auf starke (!) Ablehnung stößt und gestoßen ist. Mal kommt die Ablehnung von Verlagen und Filmproduktionsfirmen, von Redakteuren und Produzenten, mal vom Leser oder Zuschauer an sich. Es gibt nur wenig auf der Welt, worüber es so unterschiedliche Meinungen gibt wie über Kunst und Unterhaltung, wozu Bücher und Drehbücher natürlich zählen. Eine einzige subjektive Kritik sollte Ihnen daher noch nicht einmal zu denken geben.

Woher kommt sie?

Anders sieht es natürlich aus, wenn die Ablehnung von mehreren Seiten auf Sie einprasselt und sie noch dazu gut begründet ist. In dem Fall ist es hilfreich, die Ablehnung nicht nur als Kritik an Ihrem Schaffen sondern zugleich als Chance zu begreifen: Dass man nur aus Fehlern lernt, mag zwar ein altes Klischee sein, und doch gibt es kaum etwas Hilfreiches für einen Autor als ernstes, aufrichtiges Feedback von Menschen, die wissen, wovon sie schreiben. Sehen Sie die Kritik nicht als Ablehnung sondern als Herausforderung, es beim nächsten Mal besser zu machen! Als Möglichkeit, ihr eigenes Werk kritisch zu hinterfragen und etwaige Schwächen auszubessern.

Gleichwohl sollten Sie sich natürlich die Frage stellen, woher die Ablehnung kommt und ob Sie nicht schlichtweg auch die falsche Zielgruppe ansprechen wollen, was durchaus häufig vorkommt: Wenn Sie einem öffentlich-rechtlichen TV-Sender ein Drehbuch für eine Komödie schicken, die sich in erster Linie an 30-jährige richtet, sind Ablehnung und mitunter auch Unverständnis programmiert. Das bedeutet nicht, dass die Kritik vollkommen deplatziert sein muss, aber es kann bedeuten, dass auch ein handwerklich sehr gutes Werk dieser Ausrichtung hier auf Ablehnung gestoßen wäre.

Grundsätzlich ignorieren sollten Sie schließlich jegliche unbegründete Ablehnung sowie Kritik, die sich nur auf Ihre Person bezieht und nicht das Geringste über Ihre Arbeit aussagt. Natürlich: „Einfach ignorieren“ ist leichter gesagt als getan, doch gerade als Autor, der oft sein tiefstes Inneres in seinen Werken offenbart, müssen Sie sich im Laufe Ihrer Karriere eine harte Schale zulegen – und besser Sie lernen es früher als später.

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