Wie schreibt man Dialoge?

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Das größte Problem für viele angehende Autoren und Schriftsteller sind die Dialoge: Auch wenn man im „wahren Leben“ den lieben langen Tag lang redet, fühlen sich geschriebene Gespräche oft falsch oder unnatürlich an.

Und oft erscheint es so, als könne man alles erlernen, nur nicht gute Dialoge. Stimmt das?

Lesen Sie hier, was gute Dialoge unserer Meinung nach ausmachen und wie man seinen Schreibstil in Hinblick auf Dialoge verbessern kann!

Dialoge schreiben Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/theaterderkuenste/

Dialoge: Weniger ist mehr

Die wahrscheinlich simpelste Regel lautet: Wenn ein Dialog „blöd“ klingt, denken Sie darüber nach, ob Sie ihn nicht einfach streichen können! Oft kann man ein Gespräch ganz einfach durch eine Handlung oder eine Umschreibung, vielleicht auch nur durch einen erzählten Blick ersetzen.

Viele Dialoge leiden nämlich darunter, dass Sie nur aus Exposition – also Erklärungen – bestehen und sich deshalb unnatürlich anhören. Wenn Ihre Figuren einem Gesprächspartner etwas erzählen, das der selbst wissen sollte oder viel einfacher nachlesen könnte, ist grundsätzlich etwas falsch.

Können Sie einen Dialog nicht streichen, sollten Sie zunächst versuchen, den Text einmal laut vorzulesen, um mögliche Probleme beim Sprachrhythmus zu kontrollieren: Manchmal klingt ein Text auf dem Papier falsch, weil man ihn so in Wirklichkeit nie sagen könnte.

Wenn auch das nicht der Fall ist, überprüfen Sie die Stimmigkeit der Situation: Was will welche Figur in diesem Moment und verfolgt sie ihr Ziel mit ihren Worten? Manchmal liegt das Problem darin begraben, dass einer der Charaktere in dieser Szene ganz klar etwas will, aber keine Schritte dahingehend unternimmt, nicht das Gespräch an sich reißt.

Häufig können Sie auch mit simplen Reaktionen anderer Figuren einen Dialog auflockern: Wenn eine Figur zehn Zeilen lang spricht, ohne dass eine andere darauf eingeht, kann das fast nur gestelzt wirken – ein kurzer Einschub des Gesprächspartners wirkt manchmal Wunder.

Wie lernt man Dialoge?

Grundsätzlich sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass Dialoge in Büchern nicht viel mit Gesprächen in der Realität gemein haben: Sie können sich Inspiration in der Realität holen, Ihr Gefühl für den Gesprächsrhythmus dadurch verbessern, aber in Büchern wird anders gesprochen als im wahren Leben, weil immer Informationen transportiert werden müssen. Entweder zwischen den Figuren oder über die Figuren an den Leser.

Um die eigenen Dialoge zu verbessern, sollte man in erster Linie seine Charakter möglichst gut kennen. Wie echte Menschen sollte jeder von ihnen ein bisschen anders sprechen, andere Worte benutzen, einen anderen Satzaufbau und Satzrhythmus verwenden.

Denken Sie darüber nach, woher Ihre Figuren kommen, wie sie groß geworden sind und in welchem Umfeld Sie sich gerade befinden, denn natürlich sollte eine Figur zu Hause vollkommen anders sprechen als in ihrem Beruf. Es kann helfen, ein paar „typische“ Sätze oder Worte für jeden einzelnen Charakter zu notieren und bei Gelegenheit darauf zurückzugreifen. Dann schreiben Sie die Dialoge für Ihr Buch und stutzen Sie schließlich auf das Nötigste zurecht!

Vielleicht kann man es so formulieren: Dialoge in Büchern sind wie Dialoge in der Realität, wenn wir vor jedem Satz eine Minute Zeit hätten, um ihn möglichst geschickt und clever zu formulieren und im besten Fall mit Subtext zu versehen.

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