Action & Handlung richtig schreiben

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Nicht nur Geschichte und Figuren sind bei einem Drehbuch sehr wichtig, auch Action und Handlung müssen sauber geschrieben sein, schließlich machen die den Hauptteil aus: Dialoge kommen erst an zweiter Stelle, ganz gemäß der Devise „Show, don’t tell“.

Aber wie schreibt man Action und Handlung richtig? Wir erklären es Ihnen!

Drehbuch schreiben: Action

Eins vorweg: Action bedeutet nicht zwangsläufig eine Action-Szene wie man den Begriff im Alltag verwendet, sondern ist im Grunde nur ein anderes Wort für Handlung beziehungsweise Handlungen. Mit anderen Worten: Alles, was Ihre Figuren in einer Szene tun, ist Action – das Sprechen natürlich ausgenommen.

Drehbuch Action schreiben Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/59954550@N06/

Grundsätzlich gilt, dass Action so knapp wie möglich gehalten werden muss, aber so klar wie nötig geschrieben sein sollte. Erklären wir es an einem Beispiel:

[scrippet]Daniel betritt die Küche und lässt seinen Blick schweifen. Die Küche sieht unordentlich aus, Tassen stehen herum, Teller auch, der Fußboden ist dreckig, die Spülmaschine voll. Er schüttelt genervt den Kopf, seufzt und räumt als erstes die Teller weg. Dann nimmt er sich eine grüne Tasse und spült diese. Dabei lehnt er sich mit der linken Seite lässig gegen die Arbeitsplatte. Mit der rechten Hand greift er zum Handtuch und trocknet sorgfältig ab. Plötzlich sieht er jemanden vor dem Fenster.[/scrippet]

Sie können es sich bestimmt schon denken: Zunächst einmal sind das viel zu viele Details. Mit welcher Seite eine Figur irgendwo gegen lehnt und mit welcher Hand sie etwas macht, ist komplett irrelevant, sofern der Charakter nicht zuvor behauptet hat, diese Hand nicht benutzen zu können oder Schmerzen in eben jener Seite zu haben.

Selbst dass er sich gegen die Arbeitsplatte lehnt, kann ein Detail zu viel sein – sinnvoll wäre das nur in einer ersten Szene, um den Charakter als „lässig“ zu etablieren.

Darüber hinaus sollte man sich mit Zeitangaben wie „dann“ oder „plötzlich“ zurückhalten. Handlung wird nicht umsonst im Präsens geschrieben.

Auch eine gute Lesbarkeit ist wichtig: Üblicherweise macht man spätestens nach drei oder maximal vier Zeilen einen Absatz, oft sind sogar Absätze bei jeder neuen Einstellung beziehungsweise Handlung sinnvoll. Besser sähe diese Szene so aus:
[scrippet]Daniel tritt ein und schüttelt genervt den Kopf: Tassen und Teller stehen herum, der Fußboden ist dreckig, die Spülmaschine voll.

Seufzend beginnt er aufzuräumen: Geschirr in die Spüle, Wasser einlassen, spülen, abtrocknen.

Dabei blickt er aus dem Fenster… und hält inne: Da draußen ist jemand.[/scrippet]

Fazit: Handlung ist übersichtlich und präzise zu schreiben, geht aber nicht zu sehr ins Detail – lassen Sie Regisseur und Schauspieler einen gewissen Freiraum!

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