Die Prämisse

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Nachdem wir bereits die ersten Schritte und gute sowie schlechte Ideen für ein Buch besprochen haben, folgt nun der nächste Schritt: die Prämisse. Ausgangspunkt einer jeden Geschichte und oft schon der Punkt, mit dem eine Story stehen oder fallen kann.

Eine schlechte Prämisse ist der Tod eines jeden Romans oder Drehbuchs, eine gute hingegen kann sich zu einer spannenden Geschichten entwickeln. Lesen Sie hier, was eine gute Prämisse ausmacht und sie von einer schlechten unterscheidet!

Buch Prämisse Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/deadandalive/

Eine gute Prämisse

Eine starke, überzeugende Prämisse fasst die Idee Ihrer Story in einem, maximal zwei Sätzen zusammen und erzeugt dabei bereits den Wunsch beim Zuhörer, die Geschichte lesen zu wollen. Sie nennt den Protagonisten und sein Problem, manchmal die Fallhöhe, das Hindernis und seine Mission, vielleicht auch bereits den ersten entscheidenden Twist.

Ein paar Beispiele:

  • Ein Abenteurer sucht während des Zweiten Weltkriegs die verlorene Bundeslade und muss dabei den Nazis zuvorkommen, die mit dem Schatz den Krieg für sich entscheiden würden.
  • Ein Mann, der immer wieder sein Gedächtnis verliert, sucht den Mörder seiner Frau und muss sich dabei allein auf Notizen auf Fotos und Tätowierungen verlassen.
  • Ein Polizist muss an Weihnachten allein auf sich gestellt das Leben seiner Frau retten, die in einem neu gebauten Hochhaus von Gangstern als Geisel gehalten wird.
  • Ein alter Mann erfüllt sich den Traum, mit seinem eigenen Haus in den Dschungel zu fliegen, nimmt dabei aus Versehen einen jungen Pfadfinder mit und trifft auf einen gefährlichen Bösewicht.
  • Ein Computer-Hacker findet heraus, dass unsere Welt nur in einem Computer existiert, und er der Messias ist, der die Herrschaft der Maschinen beenden kann.

Schlechte Prämissen

Eine schwache Prämisse zeichnet hingegen aus, das sie keinerlei Spannung erzeugt und keinen Grund gibt, mehr von der Story hören oder lesen zu wollen. Oft liest man Prämissen, in denen das Ziel fehlt, der Witz oder schlichtweg ein faszinierender Aufhänger – mit einer schlechten, zu allgemein formulierten Prämisse kann man auch die besten Geschichten mies präsentieren.

Auch dazu ein paar Beispiele:

  • Ein Archäologie-Professor bekommt Besuch von zwei Männern von der CIA, die ihm von einem geheimen Schatz erzählen, den er suchen soll.
  • Ein Mann sucht den Mörder seiner Frau, verliert dabei aber immer wieder sein Gedächtnis.
  • John McClane kommt an Weihnachten von New York nach Los Angeles zu seiner Frau, die aber von Gangstern überfallen wird.
  • Ein alter Mann und ein Pfadfinder fliegen gemeinsam nach Südamerika, wo sie ein großes Abenteuer erleben.
  • Ein Computer-Hacker kann Realität und Traum manchmal nicht mehr unterscheiden und geht dem auf die Spur.

Prämisse: Nur für den Verkauf?

Nun stellt sich natürlich die Frage: Ist die Prämisse nicht nur für den Verkauf wichtig, wenn man die gleichen Geschichten sowohl gut als auch schlecht umschreiben kann? Ist eine schlechte Prämisse also nur eine schlecht formulierte Prämisse? Jein!

Zu einem gewissen Grade ist die Prämisse natürlich ein Verkaufsargument, allerdings müssen Sie beim Schreiben auch innerlich wissen, wo Sie mit ihrer Story hin wollen. Wenn Sie die Geschichte nicht für sich selbst positiv umschreiben können, warum sollte sich dann jemand anderes für sie interessieren?

Sie selbst müssen schließlich wissen, was die Idee hinter ihrer Geschichte, was das Einzigartige an ihr darstellt – sonst können Sie Ihr Buch auch nicht in diese Richtung schreiben.

Darüber hinaus lassen sich sämtliche aufgeführten Prämissen durch die Entfernung eines einzelnen Elements wirklich verschlechtern: Die Jagd nach der Bundeslade ist uninteressant, wenn die Nazis nicht gleichzeitig auf der Suche danach sind. Der Polizist und das Hochhaus langweilen, wenn McClanes Frau nicht zu den Geiseln zählt. Memento wäre nichts ohne den Gedächtnisverlust, Matrix nichts ohne Neos Rolle als Messias.

Eine gute Prämisse muss von Anfang an fesseln und schon einen kleinen inneren Film vor dem Auge des Autors und Zuhörers abspielen lassen. Sie ist Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Geschichte und kann einen Roman oder ein Drehbuch entweder tragen oder von Anfang an zum Scheitern verurteilen.

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