Eine Inhaltsangabe schreiben: Kurz und bündig!

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Vor allem in der Schule ist es eine gerne genommene Aufgabe, Schüler eine Inhaltsangabe schreiben zu lassen, aber auch im Studium oder später im Beruf muss man hin und wieder lange Texte – egal, ob sachlich oder fiktional – in kürzester Zeit und auf wenigen Seiten zusammenfassen können. Doch was genau gehört in eine Inhaltsangabe, welche Informationen müssen sich darin unbedingt wiederfinden und welche kann man auslassen?

Lesen Sie kurz und bündig alles, was Sie darüber wissen müssen!

Eine Inhaltsangabe schreiben

Was gehört in eine Inhaltsangabe?

Grundsätzlich stellt sich vor dem Schreiben wie bei jedem anderen Text auch die Frage, was genau eigentlich dessen Sinn und Zweck sein soll. Haben Sie von Ihrem Chef den Auftrag erhalten, ein langen Text auf den Punkt zu bringen, damit er sich nicht selbst durch ein paar hundert Seiten quälen muss? Oder haben Sie von Ihrem Lehrer die Aufgabe erhalten, ein Buch oder einen Film zusammenzufassen, weil es ihm gerade in den Kram passt?

Was auch immer es ist: Die Frage nach dem Sinn sollte beantwortet werden, bevor Sie die Inhaltsangabe schreiben, denn nur dann können Sie wirklich beurteilen, welche Informationen wichtig sind und welche nicht. Sollen Sie eine Geschichte zusammenfassen, müssen natürlich die wichtigsten Plotpunkte und Figuren Erwähnung finden, handelt es sich hingegen um ein Sachbuch oder ein Geschäftspapier, gibt es vermutlich andere Gesichtspunkte, die wichtiger sind und oberste Priorität haben sollten.

Wichtig ist, dass Sie sich von Beginn an – also schon beim Lesen des Ausgangstextes – vor Augen halten, welche Informationen relevant sind und welche nicht. Notieren Sie sich beim Lesen dann alle wichtig erscheinenden Punkte, um sich anschließend einen Überblick über sie verschaffen zu können!

Inhaltsangabe einer Geschichte

Konzentrieren wir uns auf die häufigste Inhaltsangabe, die einer Geschichte: Am Anfang steht in der Regel eine kurze Einführung, die den Titel des Buchs, das Genre sowie den Autor nennt und eine kleine, kurze Einschätzung des Kontexts vornimmt: Wann wurde das Werk veröffentlicht, in welchem Rahmen und welche Bedeutung hat es? Insbesondere bei alten, historisch relevanten Büchern sollte dieser Absatz lieber einen Tick zu lang als zu kurz ausfallen.

Danach setzen Sie üblicherweise mit der Prämisse, also der Ausgangssituation der Geschichte, fort: Wann und wo spielt die Geschichte, wer ist die Hauptfigur und in welchem Dilemma steckt sie? Bringen Sie auf den Punkt, was den Protagonisten ausmacht, in welchem Umfeld er sich befindet, welches Ziel er erreichen will und was ihm dabei im Weg steht.

Hierbei gilt es, sowohl die äußeren Probleme und Konflikte wie auch die inneren Schwächen und Konflikte des Helden anzusprechen: Wer steht ihm extern im Weg, legt ihm Hindernisse vor die Füße, und mit welchen Geistern kämpft er in sich selbst? Was hindert ihn daran, sein Ziel zu erreichen?

Wesentlicher Bestandteil einer Inhaltsangabe ist es, die Entwicklung des Protagonisten nachzuzeichnen und sich dabei auf die wichtigsten Punkte zu beschränken: Was tut er, um sein Ziel zu erreichen, welche Reaktion erhofft er sich, was aber tritt tatsächlich ein und warum? Dieses Muster sollten Sie von der Prämisse bis kurz vor dem Ende einhalten.

Das Ende wiederum, also die Auflösung, bedarf besonderer Betrachtung und in der Regel auch einer leichten Interpretation: Was bedeutet das Ende für den Helden und seine Welt? Ist es ihm gelungen, etwas zu verändern, hat er sein Ziel erreicht? Oder glaubt er nur, sein Ziel erreicht zu haben und ist in Wahrheit daran gescheitert? Auch das Thema der Geschichte kann unter Bezugnahme des am Anfang erwähnten historischen Kontexts kurz aufgegriffen werden.

Die Betonung liegt dabei allerdings auf „kurz“, denn wenn Sie eine Inhaltsangabe schreiben, geht es natürlich auch darum, möglichst stark zu verkürzen, ohne dabei etwas Wichtiges auszulassen. Inhaltsangaben sollten fast nie länger als ein paar Seiten sein, so dass man sie in fünf bis zehn Minuten problemlos lesen kann.

Eine gute Quelle für Inhaltsangaben ist häufig übrigens Wikipedia, das zahlreiche Bücher und Filme bereits so zusammenfasst, wie es von vielen Lehrern gewünscht ist. Das sollte aber selbstverständlich nur als Inspiration dienen…

Bildquelle: flickr / Children’s Bureau Centennial

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