Fünf Gründe, warum die meisten Autoren scheitern

Anzeige
Die Idee war großartig – eine Geschichte, wie sie noch nie zuvor erzählt wurde – und die Motivation riesig: In drei Monaten ist mein erstes Buch fertig, dann schicke ich es an Buchverlage, verkaufe es, lasse es vielleicht sogar verfilmen, auf jeden Fall aber verdiene ich genug, um meinen Job an den Nagel zu hängen und hauptberuflich Autor zu werden. Doch drei Monate später hat sich nur wenig getan und drei Jahre später ist der Traum, als Autor zu arbeiten, oft schon wieder vergessen.

Ein paar Überlegungen zu der Frage, warum die meisten (angehenden) Autoren scheitern – und was man dagegen tun kann.

Warum Autoren scheitern Bild
von Nickogibson

Die fünf Ursachen des Scheiterns

5. Das fehlende Vorwissen: „Ein Buch oder Drehbuch zu schreiben, wie schwierig kann das schon sein?“, glauben viele Leser und Zuschauer. Schließlich wird doch Jahr für Jahr unendlich viel Schund veröffentlicht und von außen betrachtet ist es immer ein Leichtes, die Schwächen und Fehler zu erkennen und festzumachen: Logiklöcher hier, mangelnder Realismus da, ich könnte das viel besser!

Doch spätestens beim Schreiben stellt auch der beste Kritiker ist, dass Kritik und eigene Kreation zwei vollkommen unterschiedliche Paar Schuhe sind und kreatives Schreiben, wer hätte es gedacht, tatsächlich schwierig ist.

Wie in jedem anderen Beruf der Welt bedarf es ein gewisses Vorwissen aus Blogs, Büchern und Kursen, denn auch wenn man als aufmerksamer Leser und Zuschauer beim Schreiben instinktiv das ein oder andere richtig machen mag, klaffen in Hinblick auf beispielsweise die Struktur einer Geschichte oft riesige Lücken.

Wie Sie es besser machen: Informieren Sie sich, bevor Sie sich an’s Schreiben wagen, und lesen Sie zumindest ein, zwei Bücher, um die Grundlagen einer Geschichte zu verstehen! Es ist noch kein Autor vom Himmel gefallen, um ein altes, aber wahres Klischee zu bemühen.

4. Der zu schnelle Einstieg: Über den zu frühen Sprung ins kalte Wasser haben wir bereits einige Worte verloren und doch ist es der häufigste Fehler, den angehende Autoren machen, selbst wenn sie ein gewisses Vorwissen mitbringen.

Es juckt einfach in den Fingern, man will sich nicht länger als nötig mit der langweiligen Planungsphase aufhalten, sondern einfach nur schreiben – doch das endet häufig im Desaster, weil Struktur und Charakterentwicklung nicht ausreichend geplant sind, und das Ergebnis chaotisch wird.

Wie Sie es besser machen: Wenden Sie ausreichend Zeit auf die Planung auf und beginnen Sie erst mit dem Schreiben des ersten Entwurfs, wenn Sie eine komplette Outline vor sich haben, die Anfang, Mittelteil und Ende der Geschichte enthält sowie die wichtigsten Figuren beschreibt.

3. Die falsch gewählte Prämisse: Auch der spannendste Schreibstil und die besten Charaktere können nicht über eine schwach gewählte Idee beziehungsweise Prämisse für Ihre Geschichte hinwegtäuschen.

Wenn bereits zu Beginn die Fallhöhe fehlt, im Grunde nichts auf dem Spiel steht, keine ausreichenden Konflikte generiert werden und vielleicht sogar die falsche Figur als Protagonist ausgewählt wurde, können Sie noch so gut schreiben, das Resultat wird sie vermutlich nicht befriedigen.

Wie Sie es besser machen: Prüfen Sie vor dem Schreiben, ob Ihre Geschichte auf ein ausreichend starkes Fundament, die Prämisse, fußt, um einen kompletten Roman tragen zu können.

Das Fundament beinhaltet vieles, besonderes Augenmerk sollte aber auf folgenden Fragen liegen: Ist der Konflikt zwischen Protagonist und Antagonist stark genug, steht „alles“ auf dem Spiel? Muss der Held eine unwiderrufliche Veränderung durchleben, um den gewaltigen Druck, der im Laufe der Story auf ihm lastet, standzuhalten, und die bedrohlichen Hindernisse zu überwunden? Und: Ist es eine Geschichte, die Sie selbst lesen wollen würden?

Fünf Gründe für's Scheitern Bild
Wikimedia Commons

2. Die vergessenen Überarbeitungen: Vielleicht haben Sie all das beachtet; sie haben eine starke Prämisse gewählt, eine aufwendige Outline erstellt – und doch klingt all das, was Sie schreiben, einfach furchtbar! Die Dialoge hölzern, die Beschreibungen langweilig, die Figuren unglaubwürdig, die Action belanglos, die Gags zahm und die Spannung… welche Spannung? Wenn das kein Grund ist, sein Buch oder Drehbuch als gescheitert zu betrachten!

Dabei vergisst der angehende Autor jedoch gerne, dass die erste Fassung immer weit von der Perfektion entfernt ist und in der Regel nicht einmal im Ansatz als vorzeigbar beschrieben werden kann. Erst mit den auf das Schreiben folgenden Überarbeitungen wird aus einer Geschichte mit ein paar versteckten, guten Momente ein wirklich gelungenes Buch oder Drehbuch.

Wie Sie es besser machen: Lassen Sie sich von Ihrer ersten Fassung nicht verunsichern, denn gewaltige Schwächen sind hier vollkommen normal! Halten Sie stattdessen durch und nehmen Sie sich anschließend ausreichend Zeit für die Überarbeitungen, in denen die Geschichte nach und nach geschliffen wird.

1. Die Angst vor dem Feedback: Schreiben ist zu einem gewissen Grade etwas sehr Persönliches. Als Autor bringt man immer eigene Erfahrungen und Erinnerungen in eine Geschichte ein, man erschafft ganz alleine etwas Kreatives, das offen zur Interpretation ist – und damit natürlich auch Kritik einlädt, die viele Autoren durchaus persönlich nehmen, weil sie unsicher sind und Angst haben, sich falsch verstanden zu fühlen.

Und genau daran scheitern dann auch tatsächlich viele Bücher: Der Autor traut sich schlichtweg nicht, sein in mühevoller Arbeit geschriebenes Buch vorzuzeigen. Viele haben Angst vor Kritik, mache erstaunlicherweise aber auch vor Lob, jegliches Feedback ist unerwünscht.

Wie Sie es besser machen: Wenn Sie schon mehrere Monate in das Schreiben eines Buchs oder Drehbuchs investieren, ist davon auszugehen, dass Sie dafür einen guten Grund haben. Entweder Sie wollen mit Ihrer Geschichte etwas Wichtiges sagen oder aber Sie wollen Menschen unterhalten und als Autor Ihr Geld verdienen.

Halten Sie sich das vor Augen, wenn die Angst vor dem Feedback aufkommt: Ist der potentielle Gewinn – die Bedeutung der Geschichte, das Lob, der Verdienst – nicht mehr wert als das potentielle Risiko der Kritik? Dass man als Autor ein recht dickes Fell benötigt, ist kein Geheimnis, doch die Furcht vor kritischen Stimmen sollte Sie nie in Ihren Wünschen und Träumen bremsen, im Gegenteil: Wenn Sie Gegenwind verspüren, machen Sie es erst recht!

Check Also

Der unzuverlässige Erzähler Bild

Der unzuverlässige Erzähler

Der unzuverlässige Erzähler ist in unserem Artikel über die Erzählperspektive schon einmal kurz angesprochen worden, ...

Ein Buch schreiben
* Erklärt Ihnen das Schreiben...
* ... von Büchern und Drehbüchern
* Was sind Charakter, Setting & Plot?
* Schritt für Schritt praxisnah erläutert
* Für Einsteiger & Fortgeschrittene