Keine Roman ohne Konflikte

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Konflikte ist eines dieser Schlagwörter, die Ihnen beim Schreiben lernen immer und immer wieder begegnen werden. Konflikte sind das, was wir im wahren Leben vermeiden, in Geschichten aber unumgänglich ist, was vielleicht der Grund ist, warum es vielen so schwer fällt, sie zu schreiben.

Lesen Sie hier, was genau wir als Schriftsteller eigentlich unter Konflikten verstehen, warum sie so wichtig sind und was es beim Schreiben von ihnen zu beachten gilt!

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/duncanh1/

Was ist ein Konflikt?

Ein Konflikt ist grundsätzlich das, was die Story vorantreibt. Es gibt zentrale, externe Konflikte, anhand deren man die Geschichte zusammenfassen kann, es gibt aber auch eher sekundäre, interne wie externe Probleme, die nur kleine Hindernisse darstellen und uns tiefere Einblicke in die Figuren gewähren.

Der Reihe nach: Ein (externer) Konflikt tut sich immer dann auf, wenn zwei Charaktere unterschiedliche Ziele haben, die miteinander kollidieren beziehungsweise im Widerspruch zueinander stehen. Ganz offensichtlich ist das in Krimis: Der Kommissar will den Täter fassen, der Täter will entkommen. Ein sehr simpler – man könnte auch sagen: plumper – Konflikt und dennoch würde ohne ihn die Geschichte nicht existieren. Ein Täter, der nicht entkommen will, gibt keine Story her. Zumindest keine für mehrere hundert Seiten.

Neben dem großen Konflikt, der den Roman beherrscht, gibt es in der Regel mehrere kleine Konflikte, die immer neue Hindernisse für den Protagonisten aufwerfen: Ein Zeuge will nicht aussagen, weil er sich selbst beschuldigen müsste, ein Komplize des Täters verwischt Spuren, ein entscheidender Beweis wird gestohlen. All das sind externe Konflikte, die es zu überwinden gilt, um den großen Konflikt zu lösen.

Innere Konflikte

Interessanter sind jedoch oft die internen Konflikte, die den Protagonisten erst zu einer sich real anfühlenden Figur machen: Ein Verlust in der Vergangenheit, den er nicht vergessen kann. Probleme in seiner Ehe. Alkoholsucht. Selbstzweifel.

Wichtig ist dabei, dass diese internen Probleme nicht nur existieren, sondern sich zum schlechtesten Zeitpunkt auch äußerlich auswirken, indem zum Beispiel eine Figur, die unter Höhenangst leidet, auf einen Turm klettern muss, um jemanden zu retten – oder indem der Alkoholsüchtige bei Rückschlägen wieder in Versuchung kommt, zur Flasche zu greifen.

Auch private Probleme, persönliche Konflikte zwischen verschiedenen Charakteren zählen zu den wichtigsten Eckpfeilern einer guten Story überhaupt: Wenn Ihre Figuren sich alle vertragen, sind sie langweilig.

Wichtig ist: Sie als Schriftsteller müssen gewillt sein, nein, Sie müssen es lieben, Ihre Figuren leiden zu lassen! Gerade der Protagonist muss immer wieder zum schlechtesten nur möglichen Zeitpunkt mit den größten externen wie internen Problemen konfrontiert werden. Sie dürfen nicht zurückschrecken und ihm sein Leben einfach machen, sondern müssen stattdessen immer wieder neue Hindernisse erschaffen, die er überkommen muss und an denen er wächst – denn das macht eine spannende Geschichte aus.

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