10 Tipps für interessantere Charaktere

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Spricht man mit angehenden Autoren, was denn die größten Probleme für sie beim Buch schreiben sind, hört man immer wieder die gleichen Antworten: Nichts ist schwieriger, als interessante Charaktere zu erschaffen und gut klingende Dialoge auf’s Papier zu bringen – wobei das eine oft mit dem anderen unmittelbar zusammenhängt.

Wir wollen uns zunächst dem ersten, dem wichtigeren Problem widmen: Lesen Sie hier 10 Tipps, wie Sie interessantere, spannendere, dreidimensionale Charaktere schreiben!

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Bessere Charaktere schreiben

10. Beobachten, beobachten, beobachten: Der vielleicht offensichtlichste und zugleich doch so häufig missachtete Tipp lautet: Beobachten Sie reale Menschen! Setzen Sie sich in ein Café mit gutem Ausblick, setzen Sie sich auf den Marktplatz oder stellen Sie sich in eine Bahnhofshalle! Eigentlich ist es ganz egal, wo Sie sind: ein guter Autor beobachtet immer und macht sich Notizen – entweder mental, auf Papier oder Handy -, wie sich andere Menschen in bestimmten Situationen verhalten und was daran ungewöhnlich oder interessant ist.

9. Wie ein Kind denken: Dabei gilt es natürlich, Offenheit an den Tag zu legen und im besten Fall wirklich wie ein Kind zu denken. Wenn Sie andere Menschen automatisch in Schubladen einordnen und ihre Handlungen innerlich sofort begründen können, lernen sie nichts, also halten Sie das äußere und das innere Auge offen. Auch Tiere und deren Verhalten zu beobachten, dazu vielleicht kleine Geschichten zu erfinden, kann sehr hilfreich sein.

8. Kennen Sie Ihre Figuren? Auch das ist eigentlich naheliegend und doch gibt es viele angehende Autoren, die ihre Charaktere von Kapitel zu Kapitel verändern und sie so drehen, wie es ihnen gerade passt. Füllen Sie einen Fragebogen über ihre Figuren aus und beantworten Sie dabei sowohl externe als auch interne Fragen, Probleme und Ängste.

7. Wie offen sind Ihre Figuren? Dazu zählt auch die Frage, was ihre Charaktere in einem solchen Fragebogen tatsächlich von sich preisgeben würden und ob sie sich dessen bewusst sind. Um ein simples Beispiel zu nennen: Würde ihr Protagonist in einem Fragebogen zugeben, dass er Probleme mit dem anderen Geschlecht hat oder dass er sich fürchtet, einsam zu sterben? Und wenn er es nicht zugeben würde: Liegt es daran, dass er sich schämt oder dass er sich dessen nicht bewusst ist?

6. Unterschiede zwischen Sagen und Meinen: Darüber hinaus sollten Sie natürlich wissen, wie Ihre Figur in den für eine Geschichte so wichtigen Konflikten angeht. Sagt sie, was sie meint oder weicht sie eher aus? Und wenn ja, warum weicht sie aus? Auch die Frage nach der Zielsetzung kann entscheidend sein: Strebt Ihr Charakter das Ziel an, das sein Problem lösen könnte, oder hat er noch nicht erkannt, was wirklich sein Problem ist?

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5. Figuren richtig einführen: Überlegen Sie sich bei jedem Charakter, wie Sie ihn am besten in Ihrem Roman einführen! Schon die ersten Momente mit einer Figur sollten etwas über sie, ihre Eigenschaften und Motivationen verraten. Es ist wie im echten Leben: Der erste Eindruck entscheidet darüber, ob wir jemanden interessant finden oder nicht.

4. Soundbites aufschreiben: Um bereits ein bisschen in die Richtung der Dialoge zu gehen: Schreiben Sie sich für jede Figur fünf bis zehn Sätze auf, die nur sie sagen würde oder sie für sie typisch sind. Dabei kann es auch um ein Statement zu einem ganz bestimmten Thema gehen wie: Glauben Sie an die wahre Liebe? Versuchen Sie, lustige, spannende, tiefblickende Antworten zu finden, die zu Ihren Charakteren passen, selbst wenn Sie sie später im Buch nie verwenden werden.

3. Unter Druck setzen: Der wahre Charakter eines Menschen offenbart sich häufig gar nicht so sehr in seinem Alltag sondern in besonderen Drucksituationen. Stellen Sie Ihre Figuren also vor ihrem geistigen Auge vor schwierige oder zumindest unangenehme Situationen: Wie verhalten Sie sich, wenn Sie – unschuldig – des Mordes beschuldigt werden? Wie verhalten Sie sich auf der Beerdigung eines Familienmitglieds, das sie nicht mochten?

2. Wahrheiten in der Realität suchen… Nahezu alle guten Figuren haben klare Bezüge zu Realität und sind uns vertraut, fast immer können wir uns in gewisser Weise mit ihnen identifizieren und „kennen“ sie. Deshalb kann auch eine Serie wie The Sopranos oder Breaking Bad funktionieren, in denen wir mit den Protagonisten sympathisieren, obwohl sie widerliche Dinge tun: Wir verstehen sie und ihre Motivation, weil wir sie kennen.

1. … und dann mit einem Twist versehen: Gleichzeitig sollte es sich nie um wirklich komplett reale Charaktere halten, denn die wirken meistens entweder langweilig oder wie ein Klischee. Suchen Sie sich also ein gutes „Vorbild“ für eine Figur, überlegen Sie, was sie uns vertraut macht – und dann versehen Sie das ganze mit einem ganz unerwarteten Twist. Um beim Beispiel von The Sopranos zu bleiben: Der Mafiaboss hat mit einer Angststörung zu kämpfen, da er die Balance zwischen seinen Verbrechen und der Familie stemmen muss. Eigentlich logisch und doch frisch: Das macht ihn interessant!

Haben auch Sie Tipps für interessante Charaktere? Schreiben Sie sie in den Kommentaren nieder!

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