Über Schwächen und Behinderungen

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Die Probleme eines Helden, das Ziel in seiner Geschichte zu erreichen, beschränken sich selten auf einen Bereich seines Lebens: Private Probleme und berufliche Probleme kommen im schlechtesten nur denkbaren Moment zusammen, der Antagonist stellt ihm immer neue Hindernisse in den Weg und dann sind da ja auch noch seine ganz persönlichen Schwächen, die es zu besiegen gilt.

Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen Schwächen, Hindernissen und Behinderungen und in welcher Form spielen sie eine Rolle?

Schwächen und Behinderungen Bild
von DerrickT

Extern und intern

Der grundlegende Unterschied zwischen Schwächen und „Behinderungen“ ist, dass es sich bei ersteren in der Regel um innere Probleme des Protagonisten handelt, während letztere von außen auf ihn einwirken.

Typische Schwächen des Helden sind zum Beispiel besondere Ängste – ob allgemeiner, sozialer oder spezifischer Natur -, die es zu überwinden gilt, aber auch eine Alkoholsucht kann eine Schwäche sein, die am tiefsten Punkt der Geschichte auf ihn oder sie einwirkt und besiegt werden muss.

Insbesondere in deutschen Filmen wird dem Protagonisten häufig ein Schicksalsschlag in der Vergangenheit mit auf den Weg gegeben, den er mit sich herum trägt: Der Verlust von Frau oder Tochter etwa, auf eine ganz bestimmt Weise, die ihm immer wieder in Erinnerung gerufen wird.

Behinderungen hingegen können, ganz wörtlich genommen, körperliche Behinderungen oder sogar geistige Behinderungen sein (derzeit sehr beliebt: Asperger), aber es können auch von außen auf den Protagonisten einwirkende „Schwächen“ sein – beispielsweise ein Kind, das er im ungünstigsten Moment mit sich herumtragen und beschützen muss.

Der wesentliche Unterschied zwischen Schwächen und Behinderungen ist, dass letztere sich in der Regel nicht besiegen lassen, der Held muss also keine Veränderung durchmachen oder sich ihnen stellen. Sie sind allein Mittel zum Zweck.

Als Hindernisse bezeichnet man schließlich all das, was dem Protagonisten vom Antagonisten und seinen Helfern vor die Füße geworfen wird, um ihn aufzuhalten. Entführte Freunde und Familienmitglieder, Druck von Chef und Öffentlichkeit, Fallen jeglicher Art, entzogene Privilegien, der Verlust des Jobs und, und, und.

Die Bedeutung

Grundsätzlich sollte es für Sie als Autor das Ziel sein, in gewisser Weise den Antagonisten zu spielen und dem Protagonisten somit das Leben so schwierig wie möglich zu machen.

Die Frage ist daher nicht, ob ihr Protagonist Schwächen, Behinderungen und Hindernisse benötigt, sondern wie viele Sie sich ausdenken und logisch erklären können. Und im Rahmen dieser Logik gilt zweifellos die Regel: Je mehr, desto besser!

Je mehr Drucksituationen und je mehr Probleme Sie sich für den Helden ausdenken, je mehr Schwierigkeiten er überkommen muss, desto interessanter und spannender wird die Geschichte und desto heldenhafter wirken seine Taten.

Zuschauer und Leser mögen Figuren, die getreten und getreten werden, bis sie ganz am Boden liegen – und dann doch wieder aufstehen, um am Ende als Sieger hervorzugehen. Geben Sie ihnen diese Figuren!

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