Was ist ein Treatment?

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Produzenten lieben es, viele Autoren hingegen können es nicht ausstehen: das Treatment. Auf dem Weg vom Pitch zum Drehbuch stellt es in vielen Fällen einen aufwendigen Zwischenschritt dar, der in der Realität heute oft und gerne übersprungen wird, weil er mit dem Schreiben eines Drehbuchs nur wenig zu tun hat, mitunter sogar ablenken oder behindern kann.

Klingt wenig erbaulich? Ist es auch. Dennoch sollten Sie natürlich wissen, wie so ein Treatment aussieht und was es überhaupt ist.

Wir verraten es Ihnen!

Treatment: Das gehört rein

Im Grunde ist ein Treatment ganz simpel: Es enthält die komplette Geschichte, jede Szene und jede Figur, die auch in Ihrem Drehbuch auftauchen soll. Im Grunde liest es sich so ähnlich wie die Roman-Adaption eines Drehbuchs, nur sind die Dialoge etwas spärlicher gesät und die Bilder stehen klar im Vordergrund.

Ein Treatment hat üblicherweise eine Länge von mindestens zehn Seiten, aber auch zwanzig oder sogar dreißig komplette DIN-A4-Seiten, meistens mit 1,5-zeiligem Abstand, sind keine Seltenheit. Jede Szene muss komplett ausgearbeitet sein, alle Handlungen, alle Wendungen und auch recht präzise Charakterbeschreibungen sind in der Regel enthalten.

Mit Dialogen sollten Sie hingegen sparsamer umgehen und abhängig vom Genre unterschiedliche Auszüge wählen. Bei einer Komödie gehört natürlich der ein oder andere Wortwitz hinein, bei Dramen hingegen können wichtige Konflikte oder Erkenntnisse in Dialog-Form wiedergegeben werden – mehr als maximal drei, vier Sprechzeilen pro Szene sind jedoch unüblich.

Stellen Sie sich das Treatment in der Hinsicht ein bisschen wie einen Trailer vor: Wenn ein Dialog in einem Trailer deplatziert wirken würde, gehört er wahrscheinlich auch nicht in ein Treatment.

Treatment: Vor- und Nachteile

Für Produzenten und Redakteure sind die Vorteile eines Treatments offensichtlich: Sie haben die ganze Geschichte auf um die zwanzig Seiten vor Augen und können so etwaige Schwächen vermeintlich einfacher ausmachen. Autoren hingegen beklagen oft, dass in einem Treatment die Stärken eines Drehbuchs nicht ausreichend zur Geltung kommen, vorrangig Dialoge, Actionszenen und Dynamik.

Zudem ist ein Treatment eine Menge Arbeit, vor allem weil es wesentlich unübersichtlicher als ein Drehbuch ist und Veränderungen bei Weitem nicht so einfach durchzuführen sind, wie oft behauptet wird. Darüber hinaus schränkt ein Treatment bei der weiteren Entwicklung oft ein, weil seine Bestandteile als gegeben vorausgesetzt werden – das kann beim Schreiben des ersten Drehbuchentwurfs mehr stören als helfen.

Ob Sie ein Treatment vor dem Drehbuch schreiben wollen, liegt natürlich ganz bei Ihnen. Üblicherweise sollten die Schneeflocken-Methode und eine gute, saubere Outline jedoch ausreichen.

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