Was macht ein Buch zum Bestseller?

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Zur Abwechslung ein wenig Analyse: Wie kommt es eigentlich, dass manche Bücher trotz vermeintlich hoher Qualität im Regal liegen bleiben und andere zum Bestseller werden?

Warum entwickelt sich um manche Romane herum ein regelrechter Hype, wie man heute sagt, während andere die Weiterempfehlungen an einer Hand abzählen können?

Lesen Sie hier, welche Faktoren beeinflussen, ob ein Buch zum Bestseller wird, und welche davon Sie als Autor selbst in der Hand haben!

Buch Bestseller Bild
Quelle: http://www.flickr.com/photos/timspalding/

Bestseller: Nur gute PR-Arbeit?

Keine Frage, die Vermarktung eines Buches spielt bei seinem Verkaufserfolg und dem potentiellen Aufstieg zum Bestseller eine entscheidende Rolle. Wenn der Verlag ein großes Potential in Ihrem Werk sieht, wird er auch die entsprechenden Ressourcen dafür opfern, es angemessen zu vermarkten – während andere Romane sich freuen dürfen, mal kurz in einer Pressemitteilung erwähnt zu werden.

Wichtigstes Verkaufsargument für die Verlage ist natürlich ein bekannter Autor oder ein Schlagzeilen-trächtiges Thema. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Hat sich „Feuchtgebiete“ seinerzeit so gut verkauft, weil es ein großartiges Buch war oder weil es gleich beide Verkaufsargumente in sich vereinte, die bekannte Autorin und ein Thema, das wunderbar für Gesprächsstoff sorgte? Eine einzige Zeile aus dem Roman reichte oft schon aus, um die Gemüter zu erhitzen. Besser – oder: cleverer – geht es nicht.

Sie als Autor können es natürlich darauf anlegen, bewusst ein Buch wie Feuchtgebiete oder Shades of Grey zu schreiben, um damit einen Bestseller zu erzielen. Das Problem: Den meisten Romanen dieser Art merkt man an, dass sie lediglich provozieren wollen, sie wirken gekünstelt und unecht. „Womit könnte ich die Aufmerksamkeit auf mich ziehen?“, ist eine der schlechtesten Herangehensweisen, um ein gutes Buch zu schreiben.

Der X-Faktor

Vielmehr sollten Sie versuchen, Ihr Buch für sich zu etwas Besonderem zu machen. Denken Sie an Harry Potter, das mit einer winzigen Auflage gestartet ist und dann durch echte Empfehlungen nach und nach zum Bestseller wurde, weil die Geschichte den Lesern tatsächlich gefiel – und nicht, weil sie sich so furchtbar darüber aufregten. Auch Dan Browns Werke, wenn auch kalkulierter, stellen für viele den Höhepunkt des Flughafen-Romans dar.

Was diese Bestseller ausmacht, ist zumindest beim Erstlingswerk, nicht nur gute PR-Arbeit, sondern etwas, das sich vielleicht am besten als der „X-Faktor“ beschreiben lässt: Die Bücher haben etwas, dass sie aus der Masse hervorhebt, das sie lesenswert und vor allem empfehlenswert macht. Das bekannte Elemente mit einem neuen Twist versieht.

Bei Harry Potter war das die berührende, fantasievolle Geschichte, die gleichermaßen Kinder wie Erwachsene ansprach und den richtigen Ton fand, alle Altersgruppen begeistern zu können, eine faszinierende Welt zu erschaffen. Und bei Dan Brown war es die atemlose Spannung, das Hetzen von Kapitel zu Kapitel und von Cliffhanger zu Cliffhanger, ohne Rücksicht auf die innere Logik. Und auch ein Werk wie das aktuelle „Er ist wieder da“ lebt neben guter PR-Arbeit und dem Inhalt, der zum Aufregen taugt, selbstredend von der interessanten Idee, die so zuvor noch nie da war.

Aus unserer Sicht ist es daher die falsche Herangehensweise, gezielt einen Bestseller schreiben zu wollen, vielmehr sollte es Ihr Ziel sein, ein Buch zu schreiben, dass aus der Masse hervorsticht, mit einer eigenen Idee aufwartet, sein Genre um neue Impulse bereichert.

Dabei ist natürlich auch die Wahl des Genres entscheidend – im Genre der Krimis die Leser noch überraschen und fesseln zu können, ist zweifellos schwieriger als etwa im Segment der Comedy.

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