Was verdient ein Buchautor?

Es ist ein Thema, das Autoren wie Leser gleichermaßen beschäftigt: Was verdient ein Schrifsteller pro Buch? Eine vermeintlich simple Frage, auf die es aber gar keine so einfache Antwort mehr gibt.

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Quelle: http://www.flickr.com/photos/kodomut/

Verdienst bei Veröffentlichung über Verlag

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Bei der traditionellen Veröffentlichung eines Romans über einen Verlag könnten die Zahlen kaum stärker schwanken: Während bekannte, erfahrene Schriftsteller von einem einzigen Buch tatsächlich ein, zwei Jahre ganz gut leben können, tun sich Anfänger schwerer – sofern sie denn überhaupt einen Verlag finden.

Als grobe Faustregel gilt, dass ein eher unbekannter Autor mit vielleicht fünf Prozent pro verkauftem Buch rechnen darf, was letzten Endes irgendwo zwischen 50 Cent und 1 Euro sein können. Es wird jedoch nicht jeder Verlag zwangsläufig eine Gewinnbeteiligung mit Ihnen vereinbaren, auch der so genannte Buyout ist möglich: Hier treten Sie sämtliche Rechte an Ihrem Buch schon im Voraus an den Verlag ab und erhalten dafür eine bestimmte Summe, werden dann aber üblicherweise nicht mehr am Gewinn beteiligt.

Natürlich kann beides Vor- und Nachteile haben: Wenn Ihr Buch überraschend gut läuft, gucken Sie bei der zweiten Variante unter Umständen in die Röhre. Läuft es schlecht, haben Sie mit der Gewinnbeteiligung ein Problem. Daher sollte von Fall zu Fall entschieden werden, sofern man Ihnen denn überhaupt die Wahl lässt.

Mit etwas Glück kann ein Schriftsteller mit etwa 10.000 Euro für seinen ersten Roman rechnen.

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Verdienst bei Eigenveröffentlichung

Deutlich freundlicher sehen die Tantiemen beim Self-Publishing aus, die heutzutage problemlos möglich ist. Stellen Sie Ihr Buch beispielsweise als eBook auf Amazon, erhalten Sie bis zu 70 Prozent von dem Gewinn! Das ist schon eine Summe, die sich sehen lassen kann: Selbst wenn Sie den Preis vielleicht bei niedrigen 2,99 Euro halten, springt dabei immer noch deutlich mehr heraus als bei einer Beteiligung von einem Verlag.

Auch auf Papier können Sie Ihren Roman inzwischen kostenlos und ohne Probleme in das virtuelle Ladenregal stellen: Über Anbieter wie CreateSpace (ebenfalls Amazon) ist Ihr Buch dann auch in gedruckter Form sofort verfügbar. Der Gewinn schrumpft dabei allerdings merklich: Je nach Länge des Romans können Sie bei einem Preis von knapp 10 Euro mit etwas über einem Euro Gewinn rechnen.

Der große Nachteil einer Eigenveröffentlichung: Sie müssen auch selbst die PR für Ihr Buch betreiben. Während bei einer Veröffentlichung über einen Verlag die Bewerbung Ihres Buches Ihnen abgenommen wird, sind Sie hier auf sich allein gestellt. Zudem werden Sie Ihr Werk üblicherweise nicht einfach mal so in einer Buchhandlung finden, wo potentielle Kunden darüber stolpern können, sondern müssen die Leser gezielt auf die Amazon-Website schleusen. Alles andere als einfach.

Verdienst beim Self-Publishing

Konkrete Zahlen für den Verdienst bei einer Eigenveröffentlichung zu nennen, fällt deshalb schwer. Die meisten Buchautoren, die für Kindle & Co. schreiben, sind schon zufrieden, wenn Sie 500 Euro Umsatz mit Ihrem Roman machen, was in keiner Relation zu der Arbeit steht – und alles im vierstelligen Bereich gilt schon als ein großer Erfolg.

Es gibt ein paar Ausreißer nach oben, die es tatsächlich schaffen, einen fünfstelligen Betrag mit einem einzigen Werk zu erwirtschaften, aber die sind wesentlicher seltener als ein Bestseller auf die herkömmliche Methode.

Sie merken schon: Die Frage „Was verdient ein Buchautor?“ lässt sich gar nicht mehr so einfach beantworten wie es noch vor einiger Zeit der Fall war.

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