Woher kommt Inspiration?

Anzeige
Inspiration ist eine dieser abstrakten Vorstellungen, die Nicht-Autoren üblicherweise von Autoren haben: Die müssen Inspiration haben, denen kommen die Ideen nur so zugeflogen – und wenn das eines Tages nicht mehr passiert, haben sie ein Problem, leiden unter einer Schreibblockade.

Die Wahrheit ist eine andere: Auch wenn manche Drehbuchautoren und Schriftsteller zwar tatsächlich regelmäßig Ideen aus dem „Nichts“ oder eben von bewusstseinserweiternden Substanzen bekommen, bedeutet für die meisten Autoren Inspiration nichts anderes, als mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und in jeder Situation Fragen zu stellen.

Inspiration finden

Inspiration ist etwas, das man nur bekommt, wenn man danach sucht, und üblicherweise sucht man nicht in seinem eigenen Inneren, sondern draußen in der Realität.

Man sucht nach interessanten Geschichten, nach spannenden Situationen, nach ungewöhnlichen Charakteren. Man beobachtet Menschen und ihr Verhalten, wie und worüber sie sich unterhalten, wie sie in Gesprächen oder auf Handlungen reagieren, und dann kommen die Ideen tatsächlich nach und nach „von ganz alleine“.

Die Schlussfolgerung muss also lauten: Autoren sollten unter Menschen gehen, Kontakte knüpfen, beobachten – und zwar so viel wie möglich. Die Vorstellung von einem Schriftsteller, der einsam bei sich zu Hause mit einem Glas Whiskey in der Hand am Kaminfeuer vor der Schreibmaschine sitzt und hier Ideen generiert, mag zwar romantisch sein, mit der Realität hat sie aber nur wenig gemein.

Seien Sie aufmerksam!

Inspiration ist Aufmerksamkeit, Inspiration ist aber auch die Frage nach dem: Was wäre, wenn? Was wäre, wenn die alte Dame mit dem Kinderwagen sich als Bankräuberin herausstellen würde? Was wäre, wenn ihr Kind nicht an einem Lolli sondern an einem menschlichen Finger lutscht? Auch das Wie und Warum ist wichtig: Warum dürfen Frauen im Notfall das Herren-WC benutzen, Männer aber nicht das Damen-WC? Und wie vermehren sich eigentlich Mandarinen ohne Kerne?

Daraus muss noch lange nicht zwangsläufig eine Story entstehen – besonders die Nummer mit den Mandarinen wird zweifellos schwierig -, aber es ist zumindest ein Ansatzpunkt, eine Idee und vielleicht etwas, das man in eine Geschichte eines Tages einbringen kann, wenn man es sich notiert. Führen Sie also ruhig Buch über Ihre „Inspiration“, damit Ihr Geist sich auch für seine Einfälle belohnt fühlt.

Check Also

Warum Autoren scheitern Bild

Fünf Gründe, warum die meisten Autoren scheitern

Die Idee war großartig – eine Geschichte, wie sie noch nie zuvor erzählt wurde – ...